Tops & Flops / 1HJ.2019

Nachdem ihr es so gewollt habt, serviere ich euch heute meine Tops & Flops von Anfang Jänner bis Ende Juni, also für das erste Halbjahr 2019 (damit auch die kryptische Abkürzung im Titel erklärt ist ;)). Eigentlich wollte ich diese Rubrik ja quartalsweise während des Studiums weiterführen, aber gut, da waren so gewisse Umstände am Werk …

Ich werde euch aber trotzdem den Gefallen tun, jeweils zwei Titel herauszupicken, einmal von Jänner bis März und einmal von April bis Juni. Ich schätze, das ist in eurem Sinne. Denn auch wenn ich zeitweise nicht sehr viel gelesen oder gehört habe, sind doch ein paar Bücher (und Hörspiele) in diesem halben Jahr zusammengekommen.

Tops & Flops

Fangen wir mal mit Jänner bis März an. In der Zeit habe ich dreizehn Bücher gelesen bzw. gehört, die meisten davon fallen in den Februar, weil ich da aufgrund der Semesterferien wenigstens etwas Zeit zum Durchschnaufen hatte.

Top des ersten Quartals

Den verdienten Sieger liefert hier “Ghostbox” ab, kein Buch, sondern ein Hörspiel, das ich hier auf dem Blog noch vorgestellt habe, ehe ich in die ungewollte Blogpause gegangen bin. Die Rezi dazu findet ihr hier.

Das Hörbuch hatte zwar durchaus einige Schwächen, aber die habe ich gerne verziehen, weil mich die Geschichte wirklich nach kurzer Zeit am Handy kleben hat lassen und ich nicht mehr aufhören konnte zu hören …

Die Geschichte trägt den Zusatz “Staffel 1”, was auf eine kommende Fortsetzung schließen lässt, jedoch hat die Geschichte ein für sich sehr rundes Ende. Ein klein bisschen mystisch, ein klein bisschen unheimlich, aber keines, was ein ausgemachter Cliffhanger ist. Daher Hörempfehlung für alle, die auf einen Mix aus Sci Fi, Technik, Medizin, ein bisschen Horror und IT-lastigen Themen stehen :).

Flop des ersten Quartals

Einen echten Flop würde ich es nicht nennen, aber im Verhältnis die größte Enttäuschung war für mich in der Zeit wohl “Vanitas” aus der Feder von Ursula Poznanski. Ich liebe vor allem ihre Jugendbücher, auch die meisten ihrer Erwachsenenkrimis, aber diese Geschichte war irgendwie nichts für mich. Weder fand ich sie wirklich spannend noch stimmig, sondern – wenn ich ehrlich bin – eher mühsam.

Eigentlich schade, denn einige gute Ideen hatte die Geschichte schon aufzuweisen, aber ich hatte so meine Probleme mit der Haupfigur Carolin, die für mich nicht greifbar wurde, weil sie in sich sehr, sehr widersprüchlich war. Wenn ihr mehr wissen wollt, die Rezi gibt es hier.

Und: Ich kann gar nicht sagen, wie sehr es mich geschmerzt hat, ein Buch einer Lieblingsautorin nicht gut zu bewerten, aber mehr als drei Sterne konnte ich hier beim besten Willen nicht vergeben …


Kommen wir zum April bis zum Juni. Diese drei Monate waren noch mehr gewissen Schwankungen unterworfen als der Jahresbeginn. Der April vor allem hat aufgrund der Hörspiele die Zahl auf 34 Titel in dieser Zeit anschwellen lassen (Besten Dank an die Osterferien und den Krankenstand hinterher, den es nicht gebraucht hätte). Das klingt jetzt allerdings mehr, als es eigentlich war, denn zwölf Stück davon waren recht kurze Hörspiele, die sich in ein bis zwei Stunden durchhören haben lassen …

Top des zweiten Quartals

Den Stockerlplatz hat sich hier das Hörbuch zu Karl Olsbergs “Girl in a strange Land” holen können, die Fortsetzung von “Boy in a white Room”. Ich hatte eigentlich gar nicht damit gerechnet, dass mir diese Geschichte sogar noch besser als Teil 1 gefallen würde, aber so war es 🙂 …

Dem Buch hat man sehr deutlich angemerkt, dass sich Olsberg wirklich Gedanken macht, wo sich unsere Gesellschaft mit all der Technik und der permanenten Online-Präsenz in den sozialen Medien hinentwickeln wird. Vieles erfährt man nur nebenbei, nicht alles wird aufgeklärt, aber als Vision, wie wir vielleicht in naher Zukunft leben könnten, fand ich das Buch auch für Erwachsene sehr überzeugend und habe es ziemlich zügig durchgehört.

Umso mehr freut es mich, dass wir im Herbst ein weiteres Mal mit “Boy in a dead End” in diese Welt abtauchen dürfen, die Geschichte soll eine Art Prequel zu “Boy in a white Room” werden, wenn ich es richtig verstanden habe. Der Erscheinungstermin ist jedenfalls mal in meinem Kalender vorgemerkt :).

Flop des zweiten Quartals

Wer im Frühling #bbfliest auf Twitter mitverfolgt hat, wird jetzt bestimmt schon wissen, was kommt. Denn ohne zu untertreiben, war das Erscheinen von “The Mister” wirklich eine Steilvorlage, es zusammen mit meinen tapferen Mitstreitern zu zerlegen. Ich hatte mir ja bereits im Vorfeld nicht wirklich was erwartet, aber es IST offensichtlich noch immer möglich, die Messlatte weiter nach unten zu legen, als ich vorher gedacht hatte.

“Shades of Grey” kann ja für sich in Anspruch nehmen, dass ich es im dritten und letzten Band abgebrochen habe (Und das habe ich vorher bei einer Trilogie noch nie gemacht). Aber im Vergleich zu “The Mister” konnte man da wenigstens noch lachen.

“The Mister” hat gar nichts mehr davon, nicht mal mehr den BDSM-Touch. Es versucht tatsächlich wie ein normaler Liebes- bzw. Erotikroman anzukommen, bietet aber nichts außer den zum Teil mehr als befremdlichen Vorstellungen einer Autorin, die die moderne Leserin wohl am liebsten in die Zeit der Fünfziger Jahre zurückschicken möchte.

Anders lässt sich jedenfalls das Bild der schüchternen jungen Frau Alessia nicht erklären, die selbstverständlich nicht mal dem Mann in die Augen schauen kann, während sie mit Hingabe sein Klavier putzt. Und Albanien, das Land, aus dem sie geflüchtet ist, liegt offensichtlich nicht in Europa, sondern im tiefsten Hinterland unseres Planeten, da Kreditkarten offensichtlich etwas völlig Fremdes für unsere Alessia sind …

Unter diesem Umständen fällt es schon verdammt schwer zu glauben, dass der nur auf “hirnlosen Sex” (Der erste Satz im Buch!) bedachte Maxim sich ausgerechnet in Alessia verguckt und natürlich nur wegen ihr die Wandlung vom Saulus zum Paulus durchmacht?

Ich schätze, ich verkünde nun auch nichts Neues, wenn ich sage, dass das Buch mal abgesehen von der – bereits nach 100 Seiten – sehr voraussehbaren Handlung (und immerhin durch 600 davon muss man sich bis zum Ende durcharbeiten!) eine ganz gewaltige Ansammlung an schrägen Dingen ist. Angefangen bei der Sprache, der Ausdrucksweise, über die Gedanken der Figuren bis hin zu ihren Handlungen – man kann eigentlich nur den Kopf schütteln oder das Buch ins Nirwana befördern, was beim Alleine-Lesen sicherlich die schlaueste Entscheidung ist …

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6 Gedanken zu „Tops & Flops / 1HJ.2019

  1. Deine Flops überraschen mich gerade nicht sonderlich. Zwar ich habe ich keins davon gelsen (und auch nicht vor), aber die Rückmeldung zu den beiden war ja generell nicht so rosig.

    Dafür machst du mich auf das eine Hörbuch neugierig und ich muss gleich mal zu deiner kritik huschen 😀

    1. Hihi, beim Mister ist das wohl wirklich keine große Überraschung gewesen :). Schade fand ich es nur bei Vanitas, weil ich da Besseres von der Autorin gewohnt bin …

          1. Okay, ich hab eher insgesamt auf den einschlägigen Portalen geschaut … Wobei ich mir bei den positiven Rezis mehr als einmal gedacht hab, ob die ein anderes Buch gelesen haben >:).

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