Tops & Flops

Tops & Flops / 1HJ.2020

Nachdem es auch 2020 mit den Tops & Flops bisher – dank des Studiums – eher mau ausgesehen hat, werde ich wie letztes Jahr die Quartals-Beiträge zu einem gemeinsamen Beitrag zusammenziehen. Schätze, das ist wohl einfacher, als zwei getrennte Beiträge zu schreiben …

Ich werde aber trotzdem jeweils zwei Titel herauspicken, einmal von Jänner bis März und einmal von April bis Juni, damit erkennbar ist, was mir wann am besten bzw. am wenigsten gefallen hat. Denn auch wenn ich vor allem im Mai und im Juni nicht sehr viel gelesen oder gehört habe, sind doch ein paar Bücher (und Hörspiele) in diesem halben Jahr zusammengekommen.

Fangen wir mal mit Jänner bis März an. Nicht zuletzt dank der Semesterferien im Februar sind da doch einige Titel zusammengekommen …

Top des ersten Quartals

Der Top-Titel in den ersten drei Monaten in dem Jahr war selbst für mich eine kleine Überraschung, das muss ich zugeben. Denn eigentlich hatte ich nicht viele Erwartungen an das Buch als die, dass es wieder einmal eine Adaptierung des Aschenputtel-Märchens sein würde … Und ja, ich gestehe, ich mag dieses Märchen irgendwie :D.

Ich erinnere mich, dass ich anfangs auch etwas gebraucht habe, um mit der Protagonistin Ella warm zu werden, für meinen Geschmack badete sie mir ganz schön viel im Selbstmitleid, aber mit der Zeit wurde es besser. Und irgendwann ertappte ich mich dabei, dass ich immer mehr mit den beiden mitfühlte, obwohl beide – Cinder und Ella – ihre Fehler haben.

Zwangsläufig fällt der Schluss zwar etwas kitschig aus, da die Autorin bei dem Grundmotiv des Märchens geblieben ist, aber er kam verhältnismäßig realistisch rüber. Und was soll man schon groß sagen, wenn die beiden Figuren sich kennen- und lieben lernen, weil sie dasselbe Buch mögen? Da geht doch jedem Buchliebhaber sowieso das Herz auf 😀 …

Flop des ersten Quartals

Das erste Quartal in diesem Jahr bescherte mir allerdings auch zwei wirklich langweilige Bücher. Tut mir leid, aber ich kann’s nicht anders ausdrücken, aber hier musste ich wirklich überlegen, welchem der beiden ich das Mascherl für den Flop umhängen sollte.

Am Ende habe ich mich für “SS-GB” entschieden, weil ich im Verhältnis wohl von diesem Buch enttäuschter war als von dem anderen. Denn wenn man denkt, dass es alles mitbringt, was dem eigenen Geschmack entspricht, und man dann doch merken muss, dass es einen einfach nicht fesselt – dann hilft alles nichts, dann kann ich es für mich nur als Flop bezeichnen.

Das Szenario konnte sich ja durchaus sehen lassen: Ein England bzw. London in den 1940ern, das von den Deutschen erobert worden ist (Ja, eine Alternate History-Geschichte – und ich finde dieses Genre total faszinierend!), mittendrin ein Toter und ein Superintendent, der den Drahtseilakt zwischen SS und dem deutschen Militär schaffen muss, um den Mord aufzuklären.

Das alles hätte eigentlich eine spannende Geschichte werden können, aber stattdessen merkte ich recht bald, dass ich irgendwann nur noch querlas, um zu einem Ende zu kommen. Warum ich nicht abgebrochen habe? Ich hatte die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass wenigstens das Ende noch was bringen würde, aber auch hier wurde ich enttäuscht …


Kommen wir zum zweiten Quartal. Der April war im Verhältnis ja noch recht ergiebig, aber dafür dümpelten Mai und Juni ziemlich dahin. Hätte ich nicht zwischendurch einige meiner “Sherlock Holmes Chronicles”-Hörspiele eingeschoben (die nicht allzu lang beim Hören sind), könnte ich vermutlich an einer Hand abzählen, was ich in diesen zwei Monaten gelesen bzw. gehört habe …

Top des zweiten Quartals

Den Stockerlplatz hat sich hier das Hörspiel “Die juten Sitten” von Anna Basener geholt. Auch dieser Titel war eigentlich eine Überraschung für mich, aber nachdem es ja nicht zuletzt dank des Corona-Lockdowns auf einmal einige Titel bei Amazon gratis gab, hab ich es mir doch geholt.

Es dauerte zwar auch hier ein wenig, bis ich in der Geschichte drin war, aber nicht zuletzt dank der Musik hatte ich schon bald das Gefühl, mich wirklich in den 1920ern zu befinden. Eine Zeit, die ja auch alles andere als einfach war …

Und auch wenn die Protagonisten nicht immer nach den Buchstaben des Gesetzes leben, merkt man doch, dass sie grundsätzlich das Herz am rechten Fleck haben. Manchmal erscheint das Bordell, in dem sich alles abspielt, ein kleines bisschen wie ein Mikrokosmos für alle Gefühle, nichtsdestotrotz treffen hier alle Aspekte des menschlichen Lebens aufeinander, im Guten wie im Schlechten.

Flop des zweiten Quartals

Der Floptitel im zweiten Quartal ist eigentlich kein echter Flop. Und vermutlich hätte ich “Fluch der Aphrodite” auch nicht angefangen, wenn ich gewusst hätte, dass es sich so deutlich auf die “Götterfunke”-Trilogie derselben Autorin beziehen würde. Vermutlich wären dann einige Dinge klarer gewesen, da ich mich dann nicht in die Beziehungen zwischen den Figuren erst hineinfinden hätte müssen.

Trotzdem bleibt ein Kritikpunkt auf meiner Liste: Denn die erste Hälfte erzählt als Rückblende ziemlich detailliert den trojanischen Krieg nach. Zwar liebe ich die griechischen Göttersagen durchaus, aber man hätte das meiner Meinung nach ruhig etwas kürzen oder zumindest später einsteigen können – und der zweite Teil in der Gegenwart, wie Apoll versucht, eine Frau zu finden, die ihn liebt und die damit den Fluch von ihm nimmt, fällt dagegen äußerst … lieblos aus.

Vor allem ist schon ziemlich bald absehbar, wo und wie das Ganze enden wird. Daher würde ich sagen, dass dieses Buch wohl nur für “Götterfunke”-Fans wirklich interessant ist, alle anderen werden damit wohl weniger ihre Freude haben.

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5 Kommentare

  • Nicole

    Guten Morgen!

    Ich habe deinen Post schon gestern am Smartphone gelesen. Jetzt will ich noch kurz meinen Senf vorbei bringen. 😀
    Ich freue mich, dass “Cinder & Ella” zu deinen Higlights zählt. Das Buch wurde ja stark gehypt und meine Neugier ist schon länger geweckt. Jetzt habe ich es mir am Freitag gekauft und bin irgendwie froh, dass deine Worte zu dem Buch diese Entscheidung unterstützen. 😀 Also, für zwischendurch hört es sich wunderbar an, auch wenn es nicht unbedingt mein bevorzugtes Genre ist.

    Liebe Grüße & schönen Sonntag,
    Nicole

    • Ascari

      Liebe Nicole,

      meines eigentlich auch nicht, ich hatte mir einfach nur eine nette Unterhaltung für zwischendurch gewünscht und etwas, was ich abseits des FH-Stoffs lesen konnte. Deswegen hab ich mich aber trotzdem gefreut, dass mich das Buch positiv überraschen konnte :).

      Liebe Grüße und viel Spaß beim Lesen!
      Ascari

      • Nicole

        Hallo Ascari,

        ja, manchmal braucht man eben genau so ein Buch für zwischendurch. Ich bin schon gespannt – wahrscheinlich wird’s noch dauern bis ich es mir schnappe.

        Liebe Grüße,
        Nicole

  • Sandra

    Huhu,

    drei deiner vier Bücher kenne ich nicht, aber von “Cinder & Ella” habe ich zumindest gehört. Obwohl es nicht mein Genre ist, überlege ich aber trotzdem schon länger, es auch zu lesen, da es doch ganz gut zu sein scheint.

    Liebe Grüße,
    Sandra

    • Ascari

      Hallo Sandra,

      wie bereits gesagt, mich hat’s tatsächlich überraschen können, denn normalerweise finde ich die gehypten Bücher aus diesem Genre meistens nicht sooo gut :D. Aber es ist schön, wenn ich auch mal die berühmte Ausnahme der Regel finde …

      Liebe Grüße
      Ascari

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