Was du bei einer Rezension beachten solltest

Bist du dabei, das erste Mal eine Rezension zu schreiben und weißt nicht, was du schreiben sollst? Dann bist du hier nicht ganz richtig. Das macht aber nichts, denn ich kann dir den Beitrag von Sandy auf Tintenmeer sehr empfehlen. Sie geht in ihrem Text darauf ein, was in eine Rezension hineingehört und worüber man schreiben sollte.

Was ich mit diesem Beitrag möchte, ist, auf ein paar Dinge hinzuweisen, die man beim Schreiben gern übersieht, die aber dem Leser das Leben erleichtern :). Ein paar Tipps & Tricks eben, wie man dafür sorgt, dass der Leser sich zurechtfindet und die Rezension gern liest!

1. Als Rezension kennzeichnen

Das klingt im ersten Moment ein bisschen merkwürdig, da doch die meisten von uns über den entsprechenden Blogbeitrag “Rezension” in der einen oder anderen Form darüberschreiben (Am beliebtesten sind wohl die rechteckigen Klammern, um zu kennzeichnen, was für eine Art Beitrag folgt). Ich habe aber auch schon gesehen, dass nur Autor und Titel darübergeschrieben wurde.

Warum das wichtig ist? Viele Rezensionen werden in Buchblogs nur kurz angerissen (angeteasert), dann kommt ein “Weiterlesen” oder “mehr”. Oft sind diese Teaserabsätze aber so kurz, dass man nicht erkennen kann, was in dem Beitrag auf einen wartet – ist es ein Buchtipp, eine Neuvorstellung oder eben eine Rezension? Wer nicht in den Titel “Rezension” schreiben möchte, kann aber mit Labels (bei Blogger) oder mit Kategorien bzw. Tags (bei WordPress) arbeiten.

2. Die Rezension strukturieren

Auch wenn Sandy es bereits in ihrem Beitrag geschrieben hat, möchte ich es noch einmal erwähnen: Eine Struktur ist wichtig! Gemeint ist, wie man den Beitrag aufbaut. Als Leser gewöhnt man sich irgendwann einmal daran, dass Rezensionen gewissen Prinzipien folgen. Bibliographische Angaben, Cover, einleitende Worte, Inhaltsangabe, Meinung, Fazit und Bewertung sind so die gängigen Elemente einer ordentlich aufgebauten Rezension. Manche Bloggern strukturieren ihre Rezensionen aber auch nach bestimmten Kriterien (Charaktere, Aufbau, Idee, Umsetzung, Gestaltung, Cover).

Dass ich selbst nicht alle diese Informationen in meinen Rezensionen verwende, ist mir bewusst, meine Struktur ist etwas vereinfacht: Einleitung – Cover – Inhalt – Meinung – Fazit – Bewertung. Auf bibliografische Angaben verzichte ich beispielsweise, sie sind in meinen Augen eine schöne Draufgabe, aber nicht zwingend notwendig. Viele Bücher erfahren im Lauf der Zeit oft Neuauflagen, die Daten sind also irgendwann veraltet und meiner Meinung nach nicht mehr aussagekräftig.

Was ich aber bei der Struktur als notwendig erachte, ist, dass man wenigstens zwischen Inhalt, Meinung, Fazit bzw. Bewertung beim Schreiben unterscheiden sollte. Ich habe mich mittlerweile selbst schon oft dabei ertappt, erst einmal ans Ende einer Rezension zu scrollen, das Fazit und die Bewertung zu lesen – und dann erst zum Anfang zu springen :). Häufig ist mir von einem Buch auch schon der Inhalt bekannt, dann interessiert mich nur noch die Meinung des Rezensenten und seine Bewertung.

Hält eine Rezension aber nicht bewusst diese Abschnitte auseinander, bin ich gezwungen, den ganzen Text von oben nach unten durchzulesen – und nicht immer habe ich dazu Lust oder Zeit (Die nächste Rezension zum gleichen Buch wartet vielleicht schon auf der nächsten Website!).

3. Das Buch übersichtlich bewerten

Ich weiß mittlerweile aus eigener leidvoller Erfahrung, dass es zeitweise wirklich enorm schwer fällt, ein Buch zu bewerten – ganz gleich, ob man Sterne, Grafiken oder was auch immer dazu verwendet. Es ist aber deutlich einfacher für den Leser, Lob und Kritik einzuordnen, wenn man beispielsweise ein Schulnotensystem verwendet.

Ich habe erst vor kurzem eine sehr schöne Rezension gelesen, die mir gut gefallen hat, aber ich hatte am Ende Probleme festzustellen, wie gut oder schlecht der Verfasserin das Buch wirklich gefallen hat. Eben aus dem Grund, weil sie sowohl Lob als auch Kritik verteilt hat, aber keine Bewertung hinterlassen hat. Zwischen 3 und 5 Sternen (um beim klassischen Bewertungssystem zu bleiben) hätte das alles sein können …

4. Die Lesbarkeit gewährleisten

Viele machen sich ja die Mühe, mit schönen großen Grafiken den Text zu gestalten – das ist wunderschön anzusehen (Hier machen sich viele wirklich richtig Mühe!), aber zumindest für das Verständnis des Textes nicht zwingend notwendig. Einfache Überschriften tun es auch (Höre ich ein Aufatmen aller, die mit Grafikprogrammen nicht so gern umgehen?).

In diesem Zusammenhang ein Tipp: Kontrolliert immer wieder einmal, wie eure Rezensionen auf dem Handy aussehen! Ich habe schon so oft erlebt, dass mir am Rechner ein wahres Feuerwerk einer toll gestalteten Rezi begegnet ist, während mir am Handy bei derselben Rezi alles vergangen ist … Nicht vergessen: Wir alle lesen immer mehr am Handy und unterwegs – da sollte eine Rezi auch am Handy gut zu lesen sein! Und lange Ladezeiten von Grafiken machen da keinen Spaß …


Auch wichtig: Macht ausreichend Absätze, einfach alles, was es einfacher macht, einen manchmal wirklich langen Text leichter zu lesen. Wenn mir eine Rezension als große, lange Textwüste entgegenspringt, vergeht mir schon beim Anblick die Lust, weil das einfach anstrengend ist (Und wie schon gesagt, am Handy noch viel mehr!).

In dieselbe Ecken gehört meiner Meinung nach auch das Thema Schriften. Ich habe schon viele Blogs gesehen, die gerne Schreibschriften oder ähnliches verwenden. Schön anzuschauen, aber wenn die Schrift klein ist, sind sie sehr, sehr schwer zu lesen! Wenn mich eine Rezension interessiert, schalte ich auf eine Standardschriftart zurück (Ja, das geht mit entsprechenden Helferlein im Browser), wenn nicht, bin ich weg – und das wollt ihr ja nicht, oder?

5. Die Rezension anteasern – ja oder nein?

Ich habe ein bisschen weiter oben bereits auf das “Weiterlesen” hingewiesen. Sowohl WordPress als auch Blogger ermöglichen es, einen Blogbeitrag nur anzureißen und den Rest auf der Startseite bzw. Blogseite nicht zu zeigen. Gerade bei langen Texten halte ich diese Funktion für durchaus sinnvoll. Nicht jeder ist an jedem Text auf einem Blog interessiert, manche Dinge überblättern wir eben.

Was ich allerdings nicht für klug halte, ist, generell jeden Text anzuteasern. Macht euch bewusst, dass in diesem Fall der Text, den der Leser sieht, sooooo spannend und interessant sein muss, dass der Leser auf das “Weiterlesen” auch tatsächlich klicken will, um den Rest zu sehen … Wenn aber der interessante Teil erst hinter dem “Weiterlesen” kommt, habt ihr schon verloren und der Leser ist weg, weil ihn der Anfang nicht neugierig genug gemacht hat.

Ich weiß ja nicht, wie es euch dabei geht, aber ich bin hier ein notorischer Faulpelz (besonders am Handy, wo das Anklicken eines Weiterlesen-Links oft genug ein kleines Abenteuer darstellt). Ich mache das wirklich nur, wenn der Anfang des Textes mir verspricht, dass da noch was Tolles / Geniales / Spannendes / Unterhaltsames kommt, das ich nicht versäumen darf :D.

6. Nachvollziehbar bewerten

Euch hat ein Buch nicht so gefallen? Seid mutig und traut euch, auch einmal ein Buch schlechter als mit vier Sternen zu bewerten! Ich bin jemand, der es sehr schätzt, wenn jemand offen seine Meinung zu einem Buch schreibt und dazu gehört es in meinen Augen auch, bestimmte Teile an einem Buch nicht zu mögen.

Ich habe schon so oft Rezensionen gelesen, deren Inhalt mich auf eine 2-Sterne- oder eine 3-Sterne-Rezension schließen hat lassen – einfach weil so viel Negatives erwähnt wurde – und am Ende standen erst wieder vier Sterne da! Daher mein Appell: Überlegt euch, was ihr gut findet und was nicht und gestaltet eure Bewertung so, dass der Leser versteht, warum ihr die Bewertung vergeben habt.

7. Warum werden Rezensionen gelesen?

Habt ihr euch schon einmal gefragt, warum Rezensionen so wenig Kommentare bekommen? Ich denke, es hängt damit zusammen, dass sie deutlich weniger oft gelesen werden als andere Blogbeiträge (zumindest sagen das meine Statistiken :)). Daher drängt sich natürlich auch die Frage auf, warum lesen wir Rezensionen. Für mich kann ich die Frage folgendermaßen beantworten:

  • Ich kenne den Verfasser und lese generell gern seine Blogbeiträge.
  • Ich kenne das rezensierte Buch und möchte wissen, was der Verfasser davon hält.
  • Ich kenne das rezensierte Buch noch nicht und möchte mir ein Bild machen, wie es bei anderen Lesern ankommt.
  • Ich bin auf der Suche nach Leseempfehlungen.

Punkt 4 ist meiner Meinung nach der Punkt, wo wir als Blogger ansetzen können. Wenn es uns gelingt, die Rezension so einzigartig zu schreiben, dass der Besucher unseres Blogs zu einem fixen Leser wird – dann STRIKE :). Daher: Ein gut formulierter, fehlerfreier und vielleicht auch lustiger Text wird uns mehr bewegen als eine lieblos herunter getippte Rezension, die vielleicht nur deswegen geschrieben wurde, weil der Verfasser das Buch als Rezi-Exemplar bekommen hat.

Mir ist hier durchaus bewusst, dass bei den Attributen “lustig” und “lieblos” die Meinungen auseinandergehen, aber glaubt mir, wenn ich sage, dass Texte deutlich lieber gelesen werden, wenn ein gewisser Humor und Persönlichkeit vorhanden ist. Gerade bei Romanen, die eine Zeit lang durch alle Bücherblogs die Runde machen, ist das unheimlich wichtig ;).


Wie schauen eure Erfahrungen aus? Welche Gedanken sind euch beim Lesen von Rezensionen schon durch den Kopf gegangen? Was fehlt auf meiner “Liste” noch?

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2 Gedanken zu „Was du bei einer Rezension beachten solltest

  1. Vielen Dank für diesen hilfreichen Beitrag. Ich versuche deine Ratschläge in meinem Blog (Booktime 13, gutebuchrezensionen.blogspot.com)zu beachten, da ich erst seit kurzem blogge.

    Liebe Grüße

  2. Hallo Mary Jane,

    schön, dass dir der Text gefallen hat :). Ich habe ihn geschrieben, weil mir bestimmte Dinge bei anderen Bloggern aufgefallen sind, wo ich das Gefühl hatte, dass das Fehler sind, die man recht leicht vermeiden könnte …

    Viel Spaß bei deinen ersten Schritten, für mich war das eine Zeit, an die ich immer wieder gerne zurückdenke :).

    Liebe Grüße
    Ascari

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