Der Leseratz

Lesen oder fressen - das ist hier die Frage!

REZENSION • FANTASY, LIEBE, JUGEND

Sina Brings - Kingdom of crystal Hearts

10. Januar 2026

Mit "Kingdom of crystal Hearts" habe ich mich wieder einmal auf das Werk einer Autorin eingelassen, die mir bis jetzt völlig unbekannt war. Ich habe Sina Brings zwar kurz gegoogelt, habe dabei aber nur gesehen, dass sie bisher offensichtlich als Selfpublisherin unterwegs war. Deswegen habe ich mich ohne große Erwartungen, aber mit viel Neugier in diese Romantasy-Welt gestürzt - und war gespannt, ob mich Geschichte, Figuren und Magie überzeugen können.

Der Klappentext dieser Geschichte klang auf jeden Fall vielversprechend. Darüber hinaus habe ich mich gefreut, in diesem Genre wieder einmal einen Standalone-Roman lesen zu können. Etwas, das ja nicht mehr sooooo selbstverständlich ist ...

Der Klappentext

Auf dem Kontinent Brillant lebt der Adel dank der magischen Kraft von Edelsteinen in Wohlstand. Elodie hingegen hat ihre ganze Familie in den Minen verloren und schlägt sich, getrieben von dem Wunsch nach Rache, als Diebin durch. Auf einem Turnier des Königshofes gibt sie sich mit ihren Rebellenfreunden als Adelige aus, aber dann entfaltet sich in ihr ungeahnte Magie.

Ihre Tarnung fliegt auf und sie wird von der grausamen Königin gezwungen, ihre neuen Kräfte als die des magielosen Prinzen Rafe auszugeben. Während die Rebellen auf das geplante Attentat auf den Prinzen drängen, kommt Elodie Rafe näher, als ihr lieb ist. Doch sie ahnt nicht, dass Gefühle in diesem Königreich ihr Untergang sein könnten, denn sie steckt längst mitten in einem Netz aus Ränken und Intrigen …

Meine Meinung

Sina Brings hat einen lockeren, leichten - zum Teil auch etwas umgangssprachlichen - Schreibstil, der es mir leicht gemacht hat, durch die Geschichte zu fliegen. An der einen oder anderen Stelle drücken sich die Figuren zwar fast etwas zu modern aus, darüber kann man aber meiner Meinung nach hinwegsehen.

Das Setting in dieser von Edelstein-Magie bestimmten Welt hat mir gut gefallen und das Ungleichgewicht zwischen dem Adel und dem gemeinen Volk birgt eine gute Ausgangslage, um eine spannende Geschichte rund um die Rebellin Elodie anzusiedeln, die die Königin und ihren Sohn stürzen will. Neu mag diese Art von Handlung vielleicht nicht sein, aber besonders im Winter lasse ich mich gerne auf solche märchenhaft angehauchten Geschichten ein, die einem beim kalten und unfreundlichen Wetter draußen ein paar gemütliche Lesestunden versprechen.

Leider verrät der Klappentext aber wieder einmal fast zu viel von der Geschichte, weswegen ich mich vor allem zu Beginn gewundert habe, warum sich Elodie überhaupt so lange als Adelige ausgeben kann, wo sie doch so gut wie keine Ahnung davon hat, wie man sich in Adelskreisen bewegt.

Womit wir schon bei meinem Hauptkritikpunkt wären: Die Figuren-Entwicklung fand ich sehr häufig einfach nicht stimmig. Da wird beispielsweise im Fahrwasser der Königin gleich zu Beginn eine Figur eingeführt, wo der Eindruck erweckt wird, diese würde zu Elodies ganz persönlichem Feind werden. Passiert das auch? Nein! Die Figur verschwindet einfach wieder und taucht dann nur bei Bedarf wieder auf, wenn es notwendig wird, Elodie Steine zwischen die Beine zu werfen.

Wobei ich dieses Gefühl noch bei einigen weiteren Nebenfiguren hatte, dass sie immer nur dann auftauchen, wenn sie gerade gebraucht werden, um Elodie zu dieser oder jener Reaktion zu veranlassen.

Auf eine weitere Sache möchte ich auch hinweisen: Ich war zu Beginn des Buchs aufgrund des Schreibstils davon ausgegangen, dass die angepeilte Leserschaft wohl eher jünger sein dürfte, jedoch sprechen die beiden Sexszenen eine andere Sprache (auch wenn die beiden nicht wirklich miteinander schlafen). Dies war für meinen Geschmack doch etwas überraschend ...

Das Finale kommt dann auf einmal recht plötzlich daher, nur um dann beinahe an der spannendsten Stelle relativ abrupt abzubrechen. Auch hier könnte ich noch etwas zu einer bestimmten Nebenfigur schreiben, jedoch wäre das wohl ein ausgemachter Spoiler (Wer das Buch gelesen hat, wird aber wissen, wen bzw. was ich meine). Die noch offenen Fragen werden dann aber zumindest noch im Epilog beantwortet.

Mein Fazit

"Kingdom of crystal Hearts" fühlte sich für mich über weite Strecken wie ein Debüt an. Ein Debüt, das Potenzial hat und das ich gerne gelesen habe, wo ich aber gerade bezüglich der Figuren-Entwicklung noch Luft nach oben sehe. Ich könnte mir aber vorstellen, dass gerade jüngere Leser:innen mit dem Buch viel Freude haben werden.

  • ★★★☆☆
  • E-Book
  • 364 Seiten
  • between pages by Piper
  • 978-3492509138