(Kurz)Rezension Karen McManus – One of us is lying

One of us is lying CoverIch erinnere mich, als das Buch vor zwei Jahren erschienen ist, hat es mich damals nicht wirklich angesprochen. Aber wie heißt es doch so schön: Das richtige Buch zur richtigen Zeit! “One of us is lying” war aber trotzdem ein Zufallsgriff, da ihn die Onleihe gerade zur Verfügung hatte …

Der Klappentext:

Eine Highschool, ein Toter, vier Verdächtige …
An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes.

Meine Meinung:

Ich gestehe, ich hatte keine allzu großen Erwartungen an dieses Buch. Ich lasse mich gerade von Jugendbüchern einfach gerne unterhalten, gerade wenn es in meinem Leben wirklich stressig zugeht. Was ich wusste, war, dass es als “Jugendthriller” verkauft wird und das war genau das, wonach mir der Sinn stand, als ich es ausgewählt habe.

Und ich muss sagen, ich war trotz einiger Längen und Lücken bei der Handlung positiv überrascht. Das liegt vor allem an den vier Hauptfiguren, die anfangs als ausgemachte Stereotype eingeführt werden. Sie alle entwickeln sich allerdings im Verlauf der Geschichte weiter und bekommen mehr Facetten bzw. Charakterzüge, die man ihnen zu Beginn gar nicht zugetraut hätte.

Das machte es trotz der bereits erwähnten Längen interessant, der Geschichte zu folgen, auch wenn der kriminalistische Aspekt meistens nur nebenher mitläuft (und ich als Bürger dieser Stadt definitiv nicht auf so stümperhaft arbeitende Polizei angewiesen sein möchte). Am besten hat mir daher auch Addy gefallen, da sie die deutlichste Veränderung durchgemacht hat.

Das Ende läuft typisch Jugendbuch zwar etwas zu sehr nach Schema F ab (alle weiteren Probleme werden mehr oder weniger rasch und einfach gelöst), jedoch habe ich lange nicht mit dem Motiv gerechnet, das dem Leser serviert wird. Eine gewisse Überraschung inklusive, auf die ich wegen Spoiler-Gefahr jetzt allerdings nicht eingehen möchte.

Alles in allem ist “One of us is lying” also ein Buch, das mich trotz gewisser Mängel für sich einnehmen konnte. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob die Autorin das Niveau mit der Fortsetzung halten kann, aber ich kann jetzt verstehen, warum das Buch bei vielen Lesern gut angekommen ist.

Mein Fazit:

Ich gebe zu, ich hatte mir einfach etwas Unterhaltung für zwischendurch erwartet, wurde aber tatsächlich positiv überrascht. Endlich mal ein Jugendbuch, das seine Figuren ernst nimmt und ihnen unerwarteten Tiefgang zugesteht! Dies geht zwar zu Lasten des Krimis, das ließ sich für mich aber verschmerzen …

  • ★★★★
  • E-Book
  • 448 Seiten
  • cbj
  • 978-3641204990
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Der Literaturplausch / 02.2020

Ein neuer Literaturplausch oder ein Lebenszeichen von mir – das könnt ihr euch aussuchen :). Gerade Semester-Anfang und Semester-Ende sind halt ziemliche Stresswochen, weil sich dann Abgaben, Präsentationen und Prüfungen wirklich anstauen und quasi alle gleichzeitig erledigt werden wollen …

Immerhin habe ich in den letzten zwei Wochen wieder etwas mehr Luft gehabt. Dank Semesterferien bin ich sogar auch dazu gekommen, wieder ein paar Bücher zu beenden.

Versprechen kann ich aber nicht, dass ich dazu komme, Rezensionen zu ihnen zu schreiben. Wenn ihr da auf Nummer sicher gehen wollt, rate ich euch, auf Goodreads meine Updates zu verfolgen, dort schreibe ich relativ zeitnah wenigstens Kurzmeinungen …

#CurrentlyReading

Mein aktueller Lesestapel ist thematisch wieder mal ein komplettes Durcheinander, aber das ist so typisch ich :D. Weil ich mich so recht entscheiden kann, mal da, mal dort reinlese, dann an einem Buch kleben bleibe, dafür bleibt ein anderes Buch liegen …

Dank Bookopoly ist es mir aber wenigstens gelungen, den dritten Band der Fleury-Reihe, der ja nur drei Jahre am SuB verbracht hat, zu lesen und zu beenden.

Daniel Wolf – Die Gabe des Himmels

Die Gabe des Himmels CoverAus dem Grund habe ich mir dann gleich Band 4 geschnappt, der als Hörbuch seit letztem Jahr im Sommer sein Dasein am SuB gefristet hat. Da es allerdings ein fast 28 Stunden Hörbuch ist, werde ich mit dem sicher noch eine Weile beschäftigt sein. Die angenehme Stimme von Johannes Steck macht es aber leicht, abends in die Geschichte zu versinken – und ich tue mich zwischendurch echt schwer, auf den Pausenknopf zu drücken.

Ich habe gesehen, dass es sogar Stimmen gibt, die diesen vierten Band für den besten der Fleury-Reihe halten. Bin gespannt, wie es mir mit der Geschichte ergehen wird, vom Thema her hat Daniel Wolf jedenfalls sehr viel Abwechslungsreiches aufgegriffen.

Una McCormack – The last best Hope

The last best Hope CoverDer komplette Kontrast dazu ist wohl das englische E-Book zu “Star Trek Picard”, “The last best Hope” von Una McCormack, das ich parallel zur TV-Serie angefangen habe zu lesen. Das Buch stellt zusammen mit dem Comic “Countdown” so etwas wie die Vorgeschichte zur Serie dar und beantwortet einige Fragen (oder soll ich sagen Unstimmigkeiten?) aus der Serie.

Es hat zwar wie alle Prequels den Beigeschmack, dass man weiß, wie es endet. Nichts desto trotz lohnt das Buch in meinen Augen trotzdem, weil es sich die Zeit nimmt, einige Dinge zu erklären, die meiner Meinung nach in der Serie etwas zu kurz gekommen sind.

Melanie Raabe – Der Schatten

Der Schatten CoverAls drittes hat sich dank Onleihe nun noch “Der Schatten” von Melanie Raabe auf den Reader geschlichen. Ich hatte zwar nach dem Hörbuch zu ihrem zweiten Buch “Die Wahrheit” mir erst einmal eine Raabe-Pause verordnet. Jedoch konnte mich Gabi vom Laderladen überreden, den weiteren Büchern eine Chance zu geben, zumindest schriftlich.

Hören möchte ich sie ehrlich gestanden jedoch nicht mehr, dazu hat mich die Sprecherin in Verbindung mit Raabes Schreibstil in “Die Wahrheit” doch einige Nerven gekostet.

#CurrentlyWatching

Nachdem ich im Herbst aus Zeit- und Geldgründen Netflix erst mal gekündigt habe, ist derzeit das Schauen von Serien eher auf Prime beschränkt, aber auch dort gibt es einiges Interessantes.

Star Trek Picard

Ich gebe zu, ich war anfangs etwas skeptisch, ob das was kann, die alte Mannschaft (Und in der Zwischenzeit sind sie wirklich nicht mehr die jüngsten, Patrick Stewart ist Jahrgang 1940 laut Wikipedia) wieder aus der Versenkung zu holen. Aber die Neugier war da – und wenn es mir Prime ja sowieso anbietet, warum nicht mal hineinschauen? Mittlerweile bin ich kleben geblieben und habe einen Grund mehr, mich auf Freitag zu freuen, wenn eine neue Folge online geht.

Wirklich nett sind auf jeden Fall die vielen kleinen Anspielungen auf die früheren Trek-Serien, die ich zeitweise selbst nicht mal mehr erkennen kann (TNG beispielsweise ist einfach zu lange her), aber es gibt ja Gott sei Dank YouTube und seine Easteregg-Videos!

Hunters

Diese Serie ist jetzt ganz frisch gestartet – und zeitweise schon ganz schön trashig. Tarantino-Fans werden auf jeden Fall ihre Freude damit haben, aber zeitweise schlägt die Serie auch recht ernste Töne an, vor allem wenn es um die Rückblicke in die Vergangenheit und das Leben in den KZs geht …

Ich bin auf jeden Fall mal gespannt, wo die Serie hinsteuern wird. Im Moment habe ich noch nicht so viele Folgen gesehen, aber es ist eine angenehme Abwechslung, da hier im Gegensatz zu “Picard” alle zehn Folgen der ersten Staffel auf einmal online gegangen sind.

#Challenges

Motto Challenge 2020

Die Motto Challenge wird ja dieses Jahr nicht von Aleshanee geführt, sondern von Steffi von “Steffis Bücherhöhle”. Aktuell ist das Märzthema schon heraußen und es freut mich, dass sich – trotz SuB-Zwerg – doch noch immer ein Buch darauf findet, dass zum Thema passt.

Bookopoly 2020

Bei Bookopoly läuft es ebenfalls gut. Dank der Semesterferien konnte ich mein letztes Buch, dass ich mir noch im alten Jahr für die Challenge ausgesucht habe, erfolgreich beenden, obwohl es gut 650 Seiten hatte. Jetzt kann ich in Ruhe dem entgegen sehen, was wir dann im März miteinander auswürfeln werden.

#zuguterLetzt

Im Moment ist der (vorsichtige) Plan, dass ich euch wenigstens einmal im Monat mit einem Beitrag hier das Leben etwas versüßen kann. Ich weiß, das ist nicht viel, aber mehr wird wahrscheinlich wirklich nicht drin sein.

Letztes Jahr war das Sommersemester wegen der kürzeren Zeit jedenfalls noch stressiger als das Wintersemester, außerdem steht uns jetzt eine Projektarbeit bevor, die ich zeitlich auch nicht einschätzen kann. Drückt mir also die Daumen, dass wenigstens dieser bescheidene Plan funktionieren wird …

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Tops & Flops / 4Q.2019

Ich weiß, ich habe es schon vor drei Monaten das letzte Mal geschrieben, aber wenn ich ehrlich bin, passt “Kinder, die Zeit vergeht” auch auf diesen quartalsmäßigen Rückblick. Den ich gleichzeitig dazu nutzen werde, die nächste – dieses Mal geplante – Blogpause zu verkünden. Kunststück halt, wenn es ab nächster Woche wieder mit den Semesterabschlussprüfungen losgeht …

Schätze, es überrascht deswegen auch net, weshalb es im Herbst so lange hier ruhig war. Ich habe zwar schon ein bisschen was gelesen, aber viel war es nicht. Und da wir jede Menge Übungen, Abgaben, Tests und sonstiges auf der FH zu erledigen hatten, hatte ich einfach nicht die Energie, mich dann über die Arbeitszeit hinaus noch weiter an den Computer zu setzen.

Tops & Flops

Wie sehen Oktober bis Dezember also lesetechnisch aus? Auf meiner Liste habe ich 22 Titel stehen, davon sind allerdings die Hälfte Hörspiele aus der “Sherlock Holmes Chronicles”-Reihe. Von den 11 übrig gebliebenen Büchern entfallen noch einmal 6 Titel auf Hörbücher, man sieht, ich habe also wirklich nicht viel (klassisch) gelesen.

Wie schon öfters erwähnt, lassen sich Hörbücher aktuell eben leichter mal dazwischen quetschen, denn die kann ich auch am Weg zur FH hören. E-Books und Prints müssen da zwangsläufig etwas zurückstehen.

Top des Quartals

Nachdem ich mittlerweile in meinem Bookjournal am Ende eines jeden Monats notiere, was mir am besten und was am schlechtesten gefallen hat, fällt es jetzt leichter, mich zu entscheiden, was im letzten Quartal am besten abgeschnitten hat.

Gewonnen hat dieses Mal ein Hörspiel (Überrascht das jemanden bei meinem Hörspielkonsum der letzten Zeit?), und zwar die Hörspielfassung von “Verachtung” von Jussi Adler-Olsen.

Offensichtlich verkaufen sich die Hörspiele bei Audible gut genug, dass von der Mørck-Reihe nach und nach alle Bücher als Hörspiele herausgebracht werden.

Ursprünglich wollte ich eigentlich nach Band 3 zu den normalen Hörbüchern wechseln (Ab Band 3 sind sie nämlich ungekürzt), aber mittlerweile habe ich mich an die Hörspiele gewöhnt – und möchte auch die weiteren Bücher als Hörspiele weiterhören :).

Flop des Quartals

Den Flop des Quartals stellt ein Buch, das ich im Sommer aus dem Kurzurlaub mitgebracht, sozusagen ein Urlaubssouvenir. Wobei ich die Idee zu der Story eigentlich gar nicht mal so schlecht fand, jedoch haperte es schon etwas an der Umsetzung …

Der Schreibstil war nämlich sehr einfach und flach, das Lektorat hat wohl einige Mal geschlafen (Sie in der Anrede schreibt man immer noch groß, sorry, auch nach zig Rechtschreibreformen, die wir mittlerweile hinter uns haben).

Soweit ich das mitbekommen habe, ist der Autor eine lokale Größe in Enns an der Donau (wo auch die Bücher spielen), entsprechend dürfte er auch Kontakte zu jemandem vor Ort haben, der seine Bücher verlegt. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass man die Story mit entsprechender Unterstützung durchaus auf ein Level bringen könnte, die es dem Autor ermöglichen würden, etwas bekannter (und besser) zu werden.

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Rezension Ralf Raabe – Adrian Blackwell. Im Reich der Schatten

Adrian BlackwellBereits das Cover machte mich neugierig, ich gestehe es, auch wenn ich nun nicht mehr unbedingt zur Zielgruppe des Buches gehöre.

Allerdings weiß ich noch sehr genau, dass ich in dem Alter mit zwölf, dreizehn alles verschlungen habe, was nur irgendwie mit Märchen, Mythen und Sagen zu tun hatte. Und auch jetzt als Erwachsene mag ich solche Geschichten, die in der Art eines Percy Jackson geschrieben sind, immer noch sehr gerne.

Gerade die griechische und die nordische Mythologie haben es mir da besonders angetan, deswegen hat es nicht viel gebraucht, um mich hier anzufixen :).

Der Klappentext:

Der 16-jährige Adrian Blackwell ist entschlossen, den Tod seines Vaters aufzuklären. Dabei gerät er zwischen die Fronten der letzten Götter Asgards und Hel, der Herrscherin des Totenreichs. Denn Adrian besitzt einen Schlüssel zu Hels Reich: den Runen-Code seines Vaters. Mit dessen Hilfe soll er den Göttern die lebensverlängernden Äpfel der Idun beschaffen. Auf der Jagd nach dem Schlüssel hetzt Hels Bruder, der mächtige Fenris-Wolf, Adrian durch halb London bis hinab ins Totenreich. Dort muss Adrian sich entscheiden, ob er sein eigenes Leben rettet oder die Götter Asgards vor dem Untergang bewahrt.

Meine Meinung:

Wie bereits eingangs erwähnt, war ich nach dem ersten Kapitel wirklich neugierig auf dieses Buch. Ein Held, der auf seine etwas tollpatschige Art einfach zum Gernhaben einlädt, der Tod des Vaters, den Adrian offensichtlich nicht verkraftet hat – und dann diese geheimnisvollen Leute, die auf einmal aus dem Nichts in Adrians Umfeld auftauchen … Das hat eigentlich alle Zutaten, um eine wirklich spannende Geschichte zu erzählen. Dachte ich.

So nach und nach kristallisierten sich allerdings zwei Dinge heraus, die für mich nicht so ganz schlüssig waren. Da ist einmal der Protagonist, der im Klappentext als 16jähriger beschrieben wird, den ich aber durch sein Verhalten eher auf dreizehn Jahre (das empfohlene Lesealter) schätzen würde. Ich will bewusst nicht ins Detail gehen, aber es gibt einige Situationen, wo ich das Gefühl hatte, ein 16jähriger würde sich so nicht verhalten …

Im Verlauf der Geschichte führt der Autor neben dem Love Interest Alison außerdem mit Bo eine weitere Figur in die Geschichte ein, deren Sinnhaftigkeit sich mir ebenfalls nicht so ganz erschlossen hat. Ich gebe zu, ich frage selten nach “Wofür ist die Figur gut”, aber hier hat sich die Frage dann doch aufgedrängt.

Denn Bo erschien mir eher wie jemand, mit dem der Autor zeigen wollte, dass er mit sozial- und gesellschaftskritischen Themen am Puls der Zeit ist. Man hätte das meiner Meinung nach aber auch anders lösen können, in dem man Alison (die neben dem ersten Liebesgeplänkel eigentlich keine weitere Funktion mehr hat) und Bo zu einer Figur verschmolzen hätte.

Einige Szenen dagegen waren durchaus ganz witzig, besonders die, in denen es um das Auftreten der nordischen Götter gegangen ist. Ich sage nur “Odin”, “Thor” und “Walküren”. Hier habe ich einige Male durchaus grinsen müssen, besonders wenn man die Götter ernsthafter und düsterer kennt. Zu viel will ich hier aber nicht verraten, um nicht zu spoilern.

Zur Handlung möchte ich ebenfalls noch etwas sagen: Verläuft der Plot anfangs noch relativ ruhig, zieht der Autor besonders in der zweiten Hälfte die Erzählweise ganz schön an. Manches erschien mir hier fast zu gehetzt, ein paar Details mehr zu der einen oder anderen Szene in der Totenwelt hätten sicher nicht geschadet. Vor allem wenn man bedenkt, dass das Buch kein Glossar besitzt, wo man als junge/r Leser/in vielleicht nachschlagen möchte.

Apropos Totenwelt: Der Klappentext verrät eigentlich fast schon zu viel von der Handlung, denn eine echte Überraschung stellt am Ende nur eine einzige Sache dar. Das ist irgendwie schon ein bisschen schade, denn damit wird man – gerade was die Handlung betrifft – ganz ordentlich gespoilert.

Mein Fazit:

Ich wollte dieses Buch mögen. Vor allem nach dem ersten Kapitel hatte ich wirklich das Gefühl, diese Geschichte kann was. Leider warf der Verlauf der Handlung dann immer mehr Fragen auf, die am Ende bei mir einen recht durchwachsenen Eindruck hinterlassen haben.

  • ★★★★★
  • Hardcover
  • 240 Seiten
  • wortweit-Verlag
  • 978-3903326002
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Rezension Colleen Oakes – The Black Coats

Colleen Oakes - The Black CoatsWie ihr (vielleicht) wisst, lese ich ab und zu auch auf Englisch Bücher. Einerseits macht es mir Spaß und ich kann etwas für mein Englisch-Verständnis tun, andererseits sind die englischen E-Book-Ausgaben oft auch preislich leistbarer.

Besonders häufig schleichen sich da die englischen Original-Ausgaben zu Jugendbüchern bei mir ein, die gerade in der deutschen Übersetzung auf den Markt gekommen sind. “The Black Coats” machte mich vor allem wegen seiner eher ungewöhnlichen Thematik neugierig. Frauen, die einen Geheimbund gründen, um Männer zu bestrafen, die ein Unrecht an Frauen begangen haben? Da konnte ich einfach nicht Nein sagen.

Sollte euch doch die deutsche Ausgabe mehr zusagen: Sie ist unter dem Namen “Black Coats” (ohne das “The”) Ende August bei Gulliver in der Verlagsgruppe Beltz erschienen.

Zum Inhalt:

Thea Soloman ist ein eher introvertiertes Mädchen, das sich in der Schule von den anderen abkapselt. Die Trauer um ihre ermordete Cousine macht es ihr schwer, mit der Vergangenheit abzuschließen. Da bekommt sie eines Tages eine Einladung einer geheimnisvollen Verbindung: Die “Black Coats” sind ein nur aus Frauen bestehender Geheimbund, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, gewalttätigen Männern eine Lektion zu erteilen. Anfangs ist Thea mit vollem Eifer bei der Sache, aber nach und nach schleichen sich erste Zweifel ein, denn Selbstjustiz ist nicht immer die richtige Antwort – und welche Ziele verfolgen die “Black Coats” wirklich?

Meine Meinung:

Ich gebe zu, ich habe etwas gebraucht, um in diese Geschichte reinzukommen. Aber nicht wegen der Sprache, sondern wegen der Hauptfigur Thea. Die Autorin schildert sie anfangs als eher zurückhaltenden Menschen, der sich lieber in sein Schneckenhaus verkriecht und der sich schwer tut, auf andere Menschen zuzugehen.

Mit diesem Wissen hatte ich einige Probleme, sie mir als so spontan vorzustellen, dass sie – ohne das zu hinterfragen – einfach so einer Einladung zu einem Geheimbund ähnlich einer Schnitzeljagd kreuz und quer durch die Gegend folgt, bei der sie unter Zeit Hinweise finden muss. Dazu stürzt sie sich unter anderem in einen Brunnen mit komplett verdrecktem Wasser, der ihr das Kennenlernen ihres Love Interests Drew beschert.

Ja, richtig gelesen, denn auch dieses Buch kommt nicht ohne Liebesgeschichte aus, obwohl diese nicht sehr viel zur weiteren Handlung beiträgt. Eher im Gegenteil, denn irgendwann fragt man sich doch, warum Drew eigentlich mit einem Mädchen zusammen sein möchte, dass ihn permanent stehen lässt und ganz offensichtlich Geheimnisse vor ihm hat.

Denn die unscheinbare Thea mausert sich bei den “Black Coats” ziemlich bald zur Anführerin ihrer kleinen Gruppe Mädchen, die ziemlich unterschiedliche Fähigkeiten mitbringen. Als Team erhalten sie erste Aufgaben, im Englischen “Balancings” genannt, die die Bestrafung eines Mannes nach sich ziehen.

Dieser Teil der Geschichte machte für mich ehrlich gestanden den meisten Reiz an diesem Buch aus, denn die Mädchen sind tough und als Team ziemlich gut aufeinander eingespielt, weshalb sie ihre “Balancings” erfolgreich erledigen. Wer es noch kennt: Mehr als einmal ließen mich diese Aktionen an die Serie bzw. die Filme “Drei Engel für Charlie” denken, wo die Frauen sehr erfolgreich ihre oft männlichen Zielobjekte austricksen, um ihre Ziele zu erreichen.

Erste Zweifel kommen Thea und ihren Freundinnen allerdings erst, als es darum geht, gewalttätige Männer ihrerseits mit Gewalt zu bestrafen. Und wer ist die Gruppe Frauen, die es offensichtlich auf den Vater von Drew abgesehen hat? Hier liegt vieles im Dunkeln, weshalb sich die zweite Hälfte des Buchs deutlich mehr dorthin verlagert, die Geheimnisse, die die “Black Coats” umgeben, ans Tageslicht zu bringen.

Gerade hier schwächelt das Buch meiner Meinung nach allerdings am meisten, denn die Auflösung fand ich letztlich einfach nur unbefriedigend. Bei der ganzen Geheimnistuerei anfangs hatte ich mir da einfach mehr erwartet, muss ich sagen. Da wäre deutlich mehr drin gewesen als das, was die Autorin uns da serviert.

In Summe bleibt daher leider nur ein ziemlich durchwachsener Eindruck, der durch einige offensichtliche Schnitzer beim Lektorat bzw. Korrektorat noch verstärkt wird. Beispielsweise wird eine Adresse auf zwei verschiedene Arten geschrieben, Buchstaben bei Namen werden vertauscht und einiges mehr – dies lässt darauf schließen, dass nicht sehr viel Sorgfalt beim Korrektur-Lesen an den Tag gelegt worden ist.

Abschließend möchte ich noch ein paar Worte zur deutschen Leseprobe verlieren, die mich ehrlich gestanden ziemlich erschreckt hat: Nicht nur taucht derselbe Adressfehler wie in der englischen Ausgabe auf, es werden unter anderem auch “Ballet Flats” (also Ballerinas) einfach mit “Balletschuhe” übersetzt. Ich bin ja keine professionelle Übersetzerin, aber wenn selbst mir solche Dinge auffallen, ist so etwas einfach nur peinlich und wirft kein gutes Licht auf die Qualität der Übersetzung …

Mein Fazit:

“The Black Coats” ist ein Jugendthriller, der durchaus mit einer spannenden Idee aufwarten kann. Bei der Umsetzung sehe ich allerdings einige gravierende Mängel, die ein ordentliches Lektorat vermutlich hätte ausmerzen können.

  • ★★★★★
  • E-Book
  • 400 Seiten
  • HarperTeen
  • B079DR5C1W
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Rezension Dennis Lehane – Shutter Island

Dennis Lehane - Shutter IslandIch gebe zu, ich wusste lange Zeit nicht, dass der Film “Shutter Island” aus dem Jahr 2009 in Wirklichkeit ein Buch war, das sechs Jahre vor dem Film erschienen ist. Der Film selbst beeindruckte mich seinerzeit vor allem durch seine tolle Besetzung und durch seine Umsetzung des Themas.

Gott sei Dank wusste ich allerdings nicht mehr sehr viel über den Inhalt, denn ansonsten neige ich dazu, permament Film und Buch zu vergleichen. So konnte ich mich beim Lesen ganz auf das Buch konzentrieren. Trotzdem konnte ich natürlich nicht umhin, nach dem Lesen mir dann nochmal den Film anzusehen – und der wartete dann tatsächlich am Ende noch mit einer Überraschung auf. Aber dazu später mehr …

Der Klappentext:

Die US-Marshals Daniels und Aule sollen im Fall einer Kindsmörderin ermitteln, die von der Gefängnisinsel Shutter Island geflohen ist. Als sie dort ankommen, erhalten sie verschlüsselte Botschaften, die sie immer tiefer in den düsteren Bau und die Machenschaften der Ärzte führen. Nichts ist so, wie es scheint. Dennis Lehanes raffiniert komponiertes Meisterwerk um Wahn und Angst in neuer Übersetzung.

Meine Meinung:

Ich habe nach dem Lesen ein wenig bei Goodreads gestöbert, wie meist, wenn mich interessiert, was andere Leute zu einem Buch zu sagen haben, das ich selbst gelesen habe. Spannend fand ich hier, dass vor allem eingefleischte Lehane-Fans von diesem Buch nicht so begeistert waren. Begründet wurde das oft mit seinem Schreibstil bzw. mit der fehlenden Beschreibung des Settings und den nicht existierenden Charakterisierung der Figuren.

Diese Kritikpunkte kann ich für mich persönlich durchaus nachvollziehen. Ich hatte aus diesem Grund anfangs wirklich einige Probleme, in die Geschichte hineinzukommen. Angesiedelt ist das Buch ja in den 50er Jahren, diese sehr dürftigen Beschreibungen ließen mich zwischendurch allerdings immer wieder darauf vergessen, wenn nicht wenigstens die Dialoge gewesen wären.

Die Dialoge sind in meinen Augen auch das, was die Stärke dieses Buchs für mich ausmacht. Da ich ein ausgemacht schlechtes Gedächtnis für Namen und Figuren habe, haben mir oft die Dialoge weitergeholfen, um beim Einstieg nicht komplett den Faden zu verlieren. Gleichzeitig blinzelt da auch der offensichtlich recht eigenwillige Humor des Autors durch, den man schon mögen muss. Mir hat er allerdings gut gefallen und er half mir auch, mich dann doch noch in das Buch hineinzufinden.

Dennis Lehane versteht es außerdem meisterhaft, jede Menge Rätsel dem Leser vor die Füße zu werfen und sich keinen Deut darum zu scheren, sie aufzulösen. Das ist sicher nicht jedermanns Sache, aber meine Neugier stachelt sowas meistens an. Da nehme ich dann schon die eine oder andere Ungereimtheit in Kauf, einfach um herauszufinden, worum es eigentlich geht.

Irgendwann erreichte ich außerdem den Punkt, wo mir der Gedanke kam, ob der Autor nicht absichtlich so wenig ins Detail geht, ob es nicht viel mehr seine Absicht ist, dem Leser vieles vorzuenthalten, damit er selbst seine Phantasie bemühen muss. So in der Art wie moderne Kunst, dessen Aussage sich ja oft nicht erschließt. Dies ließ viel Raum für Spekulationen und deswegen war ich umso mehr gespannt auf das Ende, das dann auch mit einem echten Knalleffekt aufwarten konnte.

Welch eine geniale Idee! Ich hatte zwar vom Film her noch in Erinnerung, dass da etwas war zum Schluss, wusste aber nicht mehr was. Ich will jetzt hier absichtlich nicht zu viel verraten, weil es sonst vermutlich in fast jeder Hinsicht ein Spoiler ist. Aber dieses Ende regt auf jeden Fall zum Nachdenken an, es lässt weiteren Spielraum zu Interpretationen zu, auf die man anfangs ganz bestimmt nicht gekommen wäre.

Mein Fazit:

“Shutter Island” ist in vielen Dingen etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem was den Schreibstil und die Beschreibungen von Setting und Figuren angeht. Die Dialoge, die dunkle und geheimnisvolle Atmosphäre und nicht zuletzt das Ende machen dieses Buch aber zu etwas, was auf seine Art aus dem Thriller-Angebot herausragt. 3,5 Sterne, die ich gerne auf 4 aufrunde.

Zum Film:

Normalerweise schreibe ich in meinen Rezensionen eigentlich selten etwas zu den Verfilmungen der Bücher, die ich lese. Buch ist schließlich Buch, Film ist Film. Trotzdem möchte ich dieses Mal ausnahmsweise noch etwas extra zum Film sagen.

Dass der Autor des Buchs Executive Producer des Films ist, hat der Verfilmung gut getan. Denn die Handlung hält sich bis auf einige kleine Details sehr genau an das Buch – mit dem Unterschied, dass der Film mir zwangsläufig das Eintauchen in die Zeit natürlich leichter gemacht hat. Und verständlicherweise gleichen die Schauspieler aus, was mir im Buch bei den Figuren gefehlt hat. Auch wenn ich kein ausgemachter Leonardo diCaprio-Fan bin, spielt er Teddy Daniels sehr, sehr gut, aber auch Ben Kingsley und Max von Sydow in den Rollen der Ärzte Cawley und Naehring haben mir gefallen.

Am spannendsten fand ich allerdings das Ende, denn Teddy sagt im Film einen Satz mehr als im Buch. Dieser eine Satz hat es aber in sich, denn er gibt der Gesamtsituation am Ende noch einmal eine ganz neue Bedeutung, die mir zwangsläufig ohne das Lesen des Buchs nie aufgefallen wäre. Daher: Am besten zuerst das Buch lesen und dann den Film gucken!

  • ★★★★
  • E-Book
  • 432 Seiten
  • Diogenes
  • 978-3257607055
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Tops & Flops / 3Q.2019

Kinder, die Zeit vergeht. Anders kann man es net ausdrücken. Jetzt hat der Herbst und damit das neue Semester an der FH auch schon wieder angefangen – und der Alltagsstress hat mich wieder. Wollen wir mal hoffen und beten, dass das neue Semester nicht ganz so grausam mir die Zeit fürs Blog wegstehlen wird wie das letzte …

Einen kleinen Rückblick auf die vergangenen drei Monate kann ich euch aber trotzdem heute spendieren, gerade der Sommer hat ja wieder einige interessante Bücher hervorgebracht. Der Juli war zwar wegen der letzten Prüfungen lesetechnisch eher schwach, dafür waren der der August und der September umso besser.

Tops & Flops

In diesen drei Monaten habe ich insgesamt 25 Bücher und Hörbücher verschlungen, wobei alleine der August mir einen neuen Rekord beschert hat. Nicht was die Lesezahl angeht, aber zumindest bei den Bewertungen.

Ihr wisst ja vielleicht, dass ich ziemlich kritisch bin und fünf Sterne eher selten vergebe. Deswegen ist es für mich tatsächlich etwas Besonderes, wenn ich mal sagen kann, dass ich in diesem Monat tatsächlich gleich VIER Büchern diese Sternezahl verpasst habe :).

Top des Quartals

Da ist es natürlich besonders schwer gefallen, aus dieser Menge das beste Buch auszusuchen, das könnt ihr euch vorstellen. Vor allem zwischen “Erebos 2” und “Todesmal” ist mir die Entscheidung wirklich schwergefallen, aber am Ende hatte doch Andreas Gruber die Nase vorne.

“Todesmal” ist ja schon der fünfte Band aus der “Todes”-Reihe, und auch wenn mich der vierte Teil  “Todesreigen” nicht so ganz begeistern konnte, hatte dieses Buch jetzt alles, um mir ein paar spannende und unterhaltsame Lesestunden zu bescheren.

Da ich im Sommer wieder etwas mehr Zeit zum Rezensieren hatte, habe ich hier meine Meinung zu dem Buch etwas ausführlicher niedergeschrieben. Das Buch ist in meinen Augen definitiv für die Fans, denn Gruber lässt hier einige Figuren wieder auftauchen, die bereits in den früheren Romanen aufgetaucht sind. Man kann das Buch zwar auch ohne Vorkenntnisse lesen, aber in meinen Augen entgehen einem hier viele unterhaltsame Details.

Wer intelligent konstruierte Thriller mit einer ziemlich schrägen Hauptfigur mag und auch Humor in einem Thriller nicht am falschen Platz findet, kann hier auf jeden Fall mit gutem Gewissen zugreifen!

Flop des Quartals

Den Flop des Quartals stellt dieses Mal für mich ein Hörbuch, auf das ich eigentlich wegen seines Settings schon sehr gespannt war. “Der Mann, der nicht mitspielt” ist zweifelsohne ein sehr gut recherchierter, historischer Krimi, das will ich gar nicht in Abrede stellen. In Kombination mit der für meinen Geschmack eher eintönigen Lesung von Uve Teschner hatte ich allerdings so meine Probleme mit diesem Hörbuch.

Der Auftakt gefiel mir noch sehr gut, denn ich liebe es, immer wieder mal nachzusehen, welche Figuren erfunden und welche wirklich existiert haben. Dieses Miteinander zwischen den Schauspielern, den Studiobossen und anderen schillernden Figuren jener Zeit mit dem fiktiven Hardy Engel hat der Autor zweifelsohne sehr toll hinbekommen.

Als zusätzlichen Pluspunkt sehe ich außerdem das Flair der 1920er, das hat der Autor ebenfalls sehr gut einfangen können. Wo es für mich allerdings leider immer mehr gehapert hat, ist die Handlung. Diese versandete für mich nämlich zusehends in unzähligen Dialogen, die zwar für sich durchaus interessant waren, aber für mich die Geschichte nicht vorwärts brachten. Ich war daher zwischendurch schon kurz davor, einfach abzubrechen, wenn mich die Neugier auf das Ende dann nicht doch hätte durchhalten lassen.

Die Auflösung konnte mich schlussendlich wieder ein klein wenig versöhnen, denn auch diese war durchaus geschickt gemacht. Trotzdem blieb für mich das Gefühl, dass man aus dieser Geschichte mit etwas mehr Action noch mehr hätte herausholen können. So habe ich mich leider viel zu lange recht gepflegt gelangweilt, ehe wieder etwas für mich Interessantes passiert ist …

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