Der Literaturplausch / 01.2019

Manchmal kommt das Bloggerleben anders, als man denkt. Dafür ist dieser Literaturplausch das beste Beispiel, denn er hätte eigentlich schon Ende Dezember erscheinen sollen. Aber gut, nach den letzten anstrengenden Wochen im Dezember hatte ich um Weihnachten herum halt die ersten freien Tage … Und die habe ich erst einmal genossen.

Denn jetzt den ganzen Jänner durch bis in den Februar hinein laufen die Abschlussprüfungen für das erste Semester. Ihr versteht daher bestimmt auch, wenn es in nächster Zeit hier etwas ruhiger wird, es wird einfach nicht die Zeit sein, in den nächsten vier Wochen regelmäßig etwas zu posten.

Dieses Mal werde ich außerdem auf den Rückblick auf die gelesenen Bücher verzichten, da ich das eigentlich schon mit meinem letzten Beitrag getan habe. Trotzdem gibt es noch einiges zu berichten, fangen wir einmal mit den Serien an, die sich dank Netflix in letzter Zeit eingeschlichen haben.

#Geschautes

Sowohl der Krankenstand als auch die Weihnachtsferien haben mir einige neue Serien beschert, von denen ich allerdings nicht alles gut fand.

Frequency

Ich weiß nicht, wer von euch noch den gleichnamigen Film mit Dennis Quaid kennt (Der liegt doch auch schon etwas zurück), aber die Geschichte wurde in der Serie mit demselben Namen noch einmal erzählt, zwangsläufig etwas ausführlicher als im Film. Die Serie scheint allerdings schon von Anfang an schlechte Quoten gehabt zu haben, denn mehr als eine Staffel hat es nicht gegeben. Wer allerdings auf eine Gemisch aus Krimi, Thriller und Phantastik steht, dürfte mit der Serie schon seine Freude haben (und wer wollte nicht noch einmal mit jemandem kommunizieren, der parallel in den 90ern lebt und arbeitet?).

The Frankenstein Chronicles

Die Serie wird meiner Meinung nach hauptsächlich durch Sean Bean getragen. Wobei mir die zweite Staffel deutlich besser gefallen hat als die erste, da waren aber auch die Voraussetzungen für den Protagonisten gänzlich anders als noch am Anfang. Eine Mischung aus historischem und phantastischem Genre, zeitweise sehr düster umgesetzt, aber was soll man auch anderes erwarten, wenn die Geschichte im 19. Jahrhundert in London (und noch vor Jack the Ripper) spielt.

You – Du wirst mich lieben

Diese erste Staffel dürfte eine Adaption des Buches “You” von Caroline Kepnes sein, beurteilen kann ich es nicht, weil mich der Schreibstil in der zweiten Person Singular bereits bei der Leseprobe nervte. Der Leser begleitet dabei einen Stalker, der in der Buchhandlung, in der er arbeitet, auf seine neue, große “Liebe” aufmerksam wird. Eine Fortsetzung ist bereits angekündigt, vermutlich dürfte die auf Basis der literarischen Fortsetzung gedreht werden.

Aus Neugier habe ich mal einige Rezensionen zum Buch gelesen, die Serie folgt offensichtlich in der Art dem Buch, denn den Fall hatte ich schon lange nicht mehr, dass mir wirklich gänzlich alle Figuren unsympathisch waren, sogar die weibliche Hauptfigur, mit der man eigentlich Mitleid haben müsste, da sie ja das Opfer des Stalkers wird. So dumm und naiv, wie sie allerdings durch ihr Leben geht (und dabei nicht einmal merkt, dass sie Opfer von Stalking wird) – da habe ich einfach nur den Kopf geschüttelt …

Penny Dreadful

Bereits vor einiger Zeit habe ich hier den Pilotfilm gesehen, so richtig angefixt hatte mich die Serie aber erst nach einigen Folgen, ich wage sogar zu behaupten, dass die Serie erst so richtig geil mit Beginn der zweiten Staffel wird. Da allerdings nur 27 Folgen insgesamt gedreht wurden, lässt sie sich ziemlich rasch durchsuchten.

Angesiedelt im viktorianischen London, etwa um die 1890er Jahre, treten so gut wie alle Figuren auf, die man aus den Schauerromanen jener Zeit kennt, Dracula, Frankenstein und sein Monster, Doktor Jekyll, Dorian Gray, Werwölfe etc etc. Am besten hat mir wohl Eva Green in ihrer Rolle gefallen, sie hat da an einigen Stellen eine wirklich tolle Performance abgeliefert, aber auch Timothy Dalton und Josh Hartnett mochte ich sehr. Weiterlesen »

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Tops & Flops / 4Q 2018

Jetzt ist das neue Jahr gerade mal ein paar Tage alt – und ich kann bereits jetzt sagen, dass es drunter und drüber geht. Eigentlich war über Weihnachten und Silvester keine Blogpause geplant, aber irgendwie bin ich ein wenig versumpft, das kann man nicht anders sagen. Ursprünglich hätte am 29. ein neuer Literaturplausch erscheinen sollen, aber mehr als einen Entwurf habe ich nicht geschafft, naja …

Dafür werde ich jetzt aber ein anderes Versprechen einlösen und die Tops & Flops für das letzte Quartal präsentieren. Wie vermutet, ist das nun etwas, was sich eher für drei Monate auszahlt, auch wenn ich krankheitsbedingt im Dezember einige Hörbücher mehr gehört habe als erwartet.

Tops & Flops

Von Anfang Oktober bis Ende Dezember habe ich insgesamt zwölf Bücher und Hörbücher verschlungen, wobei lustigerweise sowohl der Top als auch der Flop aus dem Dezember kommen.

Top des Quartals

Der Toptitel fand eigentlich eher zufällig seinen Weg zu mir, da ich auf Audible gezielt nach Titeln gesucht hatte, wofür ich nur ein halbes Guthaben einlösen musste. Zwei Bücher statt einem – damit ließ sich einfach die Zeit während des Krankenstands besser totschlagen. Okay, welches Buch hat es nun auf den Stockerlplatz geschafft? Es ist “Unter blutrotem Himmel” von Mark Sullivan.

Das Buch erzählt die Geschichte des jungen Pino Lella, der in die Kriegswirren der letzten zwei Jahre des Zweiten Weltkriegs in Mailand hineingezogen wird und dabei einiges erlebt. Im Vorwort schreibt der Autor, dass das Buch autobiographische Züge besitzt (Pino Lella gibt es wirklich und er lebt heute wieder in Italien). Was allerdings auch dazu geführt hat, dass darüber Diskussionen geführt wurden, wie echt und authentisch das Erzählte ist.

Ich gebe zu, dass ich anfangs den Stil etwas hölzern fand, aber so nach und nach konnte mich der Sprecher immer mehr in die Geschichte hineinziehen – und es gab einige Szenen, die auf diese Weise sehr, sehr lebendig wurden, vor allem die, die an der italienisch-schweizerischen Grenze spielen, wo Pino mithilft, Flüchtlinge in die Schweiz zu schleusen.

4,5 Sterne, die ich bei Goodreads auf 5 aufgerundet habe, und Lese- und Hörempfehlung für all jene, die sowohl “Die Nachtigall” von Kristin Hannah als auch “Der Tätowierer von Auschwitz” von Heather Morris gemocht haben!

Flop des Quartals

Den Flop des Quartals hat tatsächlich das letzte Buch im Jahr 2018 abgeliefert,  nämlich Frank Goldammer mit “Der Angstmann”. Das Buch wollte ich ursprünglich hören, merkte aber schnell, dass ich mit der Art, wie das Buch geschrieben war, als Hörbuch überhaupt nicht klarkam. Viele Szenen hörten für meinen Geschmack einfach viel zu abrupt auf und gingen an anderer Stelle weiter, weswegen ich auf das E-Book aus der Onleihe wechselte.

Nun tat ich mir etwas leichter, auch wenn sich mein Eindruck im Lauf der Geschichte noch verstärkte, dass vieles einfach nur angerissen wurde. Die Idee zu der Geschichte – ein Serienmörder geht im November 1944 im vom Krieg gezeichneten Dresden um – finde ich noch immer großartig, aber an der Umsetzung haperte es meiner Meinung nach ganz gewaltig.

Die hastige Erzählweise führte dazu, dass für mich eigentlich alle Figuren, inklusive der Hauptfigur, eher blass blieben, da wäre einfach so viel mehr drin gewesen, was unendlich schade ist!

Wirklich nahe ging mir eigentlich nur eine einzige Szene, nämlich die, als Goldammer seinen Protagonisten durch die am 13. Februar 1945 durch das Bombardement fast vollständig vernichtete Innenstadt Dresdens laufen lässt, ich habe dazu im Nachhinein noch einmal ein wenig recherchiert, man kann sich das heute nur noch schwer vorstellen, was die Bewohner der Stadt damals mitmachen mussten.

Aus diesem Grund habe ich die 2,5 Sterne doch noch auf 3 Sterne aufgerundet, aber 3 Sterne mit Bauchweh …

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Rezension Jennifer Wellen – Wenn der Winter dich küsst

Eine zauberhafte Geschichte, so herzerwärmend wie eine Tasse heiße Schokolade mit Schuss – so wirbt dp Digital Publishers für die neueste Geschichte aus der Feder von Jennifer Wellen. Ich weiß zwar nicht, ob ich diesen Vergleich so in der Form gezogen hätte, aber herzerwärmend war die Geschichte wirklich :).

Der Klappentext:

Alessa könnte ihr Leben verfluchen: Es gibt wirklich Schöneres, als bei Minusgraden in Minirock und High Heels an einer Bushaltestelle zu sitzen und zu frieren. Frisch verlassen, ohne Kreditkarte und ohne Plan, wie es weitergehen soll. Und das ausgerechnet an Heiligabend! Deshalb erscheint ihr der attraktive Soldat, der sie in seinem Auto mitnehmen will, wie ein Geschenk des Himmels.

Während der Fahrt stellen beide schnell fest, dass ihnen nicht nur die Sympathie gemein ist, sondern auch eine seelische Last, die beide seit Längerem mit sich herumtragen. Doch dann geschieht auf der langen Fahrt etwas, das die beiden unverhofft zusammenschweißt …

Meine Meinung:

Jennifer Wellen stellt uns in dieser Weihnachtsgeschichte Alessa und Sandro vor, zwei Menschen, die eigentlich nur durch Zufall aufeinandertreffen und die beide ihr Päckchen zu tragen haben, weswegen sie dem Fest der Liebe eher mit gemischten Gefühlen entgegenblicken.

Welche Päckchen das sind, erfährt der Leser allerdings erst so nach und nach, obwohl zwischen den Beiden von Anfang Funken sprühen. Doch gerade wegen dem, was ihnen widerfahren ist, sind sowohl Alessa als auch Sandro erst einmal zurückhaltend, was den anderen betrifft.

Da die Geschichte allerdings wechselweise mal aus der Perspektive von Alessa, dann wieder von Sandro erzählt, erfährt man Stück für Stück, was passiert ist. Dinge, die einen Menschen schon mal aus der Bahn werfen können, Dinge, wo man nicht weiß, wie man damit umgehen geschweige denn sie wieder gerade biegen kann. Aber auch Dinge, wie sie jedem Menschen dort draußen irgendwann einmal passieren können.

Aus diesem Grund fiel es mir nicht schwer, sowohl für Alessa als auch für Sandro Sympathien zu entwickeln und mit ihnen mitzufühlen. Ja, mitfühlen, denn ich habe doch beim Lesen das eine oder andere Tränchen verdrückt, vor allem dann, wenn wieder ein Geheimnis mehr gelüftet wurde, warum beide so sind, wie sie sind. Vor allem Sandro tat mir hier wirklich sehr, sehr leid …

Natürlich wäre es aber keine Weihnachtsgeschichte, wenn nicht auch ein klein bisschen der winterliche Kitsch regieren würde. Trotzdem versteht es Jennifer Wellen hier sehr gut, den “Zucker” nicht überquellen zu lassen. Ganz im Gegenteil: Irgendwann wünscht man als Leser Alessa und Sandro einfach nur das bisschen Glück und die Romantik, wonach sie sich beide sehnen.

Und auch wenn das Ende einen gewissen Teil der Handlung betreffend eher traurig ausfiel, hatte ich trotzdem das Gefühl, dass es so sein muss, so und nicht anders. Es wirkte damit einfach realistischer und nicht überfrachtet, auch wenn mir eine gewisse Szene auch einen großen Lacher entlockte (Ich sage nur “Rentier”, für die, die die Geschichte vielleicht schon kennen).

Einen kleinen Wermutstropfen hat die Geschichte, aber er ist zu vernachlässigen: Der Länge des Buchs ist es wohl geschuldet, dass sich einige Dinge bei der Handlung recht rasch entwickeln, dies störte mich allerdings nach dem ersten Drittel nicht mehr so wirklich.

Mein Fazit:

Wer auf der Suche nach einer schönen weihnachtlichen (und doch ein klein bisschen realistischen) Liebesgeschichte ist, kann mit diesem Buch nicht viel falsch machen!

  • ★★★★
  • E-Book
  • 143 Seiten
  • dp DIGITAL PUBLISHERS
  • 978-3960875840
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Blogger-Adventskalender 2018: Handlettering für Eilige

Herzlich Willkommen, Ihr Lieben, beim 15. Türchen des Blogger-Adventskalenders!

 

Ich bin dieses Jahr schon das zweite Mal bei dieser wunderschönen Aktion von Mona dabei – und darf ich sagen, dass dieses Jahr rasend schnell vergangen ist? Irgendwie fühlt es sich an, als ob ich meinen Beitrag im Vorjahr erst vor wenigen Wochen geschrieben habe … Aber zurück ins Hier und Jetzt: Eine Übersicht über alle Türchen und die verlinkten Beiträge des Blogger-Adventkalenders findet ihr bei Monas Tintenhain, falls ihr hier zufällig hineingestolpert seid 🙂 .

Was findet ihr heute bei mir?

Nach längerem Überlegen habe ich mich dieses Jahr für ein weihnachtliches Handlettering entschieden. Und zwar für eines, was jeder von uns schafft, ganz gleich wie talentiert in Sachen Lettering er oder sie auch ist. Wie stellen wir das an? Ganz einfach – mit einer Schablone.

Vorlagen fürs weihnachtliche Lettering findet man übrigens online recht viele, aber mir kommt vor, die meisten Anbieter wollen Geld dafür … Aus diesem Grund habe ich meinen ersten Versuch mit dem kostenlosen Practice Sheet auf Printablecrush.com gestartet (auf der Seite dann bis ans Ende runterscrollen, dort ist der Link zum Download für das PDF), aber grundsätzlich kann man jede Grafik verwenden, die man in entsprechender Auflösung auf Google findet.

Das Practice Sheet bringt euch gleich zwei Dinge, eine fertige Seite zum Abpausen und eine Seite zum Üben der Schrift mit Faux Calligraphy. Zum Üben eignet sich dann perfekt Transparentpapier oder anderes durchsichtiges Papier, das ihr zuhause habt.

Zum Schreiben könnt ihr im Grunde jeden Stift verwenden, den ihr zuhause habt, sogar der gute alte Bleistift tut es. Ich habe für meine ersten Gehversuche die guten alten Stabilos rausgeholt, für die schwarzen, dünnen Linien habe ich den Fineliner 0,4 verwendet, für die dickeren farbigen Linien die entsprechend dickeren Filzstifte.

Eine Sache solltet ihr beim Transparentpapier allerdings beachten: Es kann durchaus sein, dass ihr mit den Stiften mehrmals ran müsst, je nach Farbton sind die Stabilos manchmal sehr hell …

Was wäre ein weihnachtliches Lettering allerdings ohne Silber und Gold? Genau: Nichts 🙂 . Dementsprechend könnt ihr das Lettering natürlich ganz nach eurem Geschmack mit passenden Stiften dekorieren. Ich habe hier einen silberfarbenen Edding verwendet, es sollten allerdings auch passende Gelroller ihren Zweck erfüllen.

Die silbernen Kleckse, die ihr hier auf dem Lettering findet, sind übrigens eine Fehlerkorrektur. Kommt davon, wenn man den Edding zu heftig schüttelt – und klacks, war die Farbe dort, wo ich sie eigentlich nicht wollte.

Aber egal, ich wollte das Lettering deswegen nicht komplett von vorne beginnen und hab aus diesem Grund einfach die Not zur Tugend gemacht und zum Dekorieren einfach noch ein paar Kleckse mehr drauf gemacht … Mit ein bisschen Improvisieren lassen sich somit auch Fehler ganz einfach “ausbessern”!

Und so sieht das fertige Lettering aus, beispielsweise als Deko an der Haustür:

Ihr könnt es aber natürlich überall dorthin kleben, wo ihr eine einfarbige Fläche habt, dessen Farbe schön mit eurem Lettering kontrastiert.

Eine Sache noch: Wie ich bereits erwähnt habe, könnt ihr jede x-beliebige Grafik verwenden, vorausgesetzt ihr findet sie in einer halbwegs passablen Auflösung. Der schwarze Schriftzug links in dem Foto unterhalb beispielsweise ist, wenn man genau schaut, ein ganz klein bisschen unscharf, aber als Vorlage eignete er sich sehr gut.

Lasst euch also nicht verdrießen, wenn ihr vielleicht noch nicht viel Zeit zum Dekorieren hattet, mit diesen Vorlagen könnt ihr ruckzuck schöne Sachen zaubern, auch wenn ihr jetzt nicht so die Handlettering-Profis seid! Ich wünsche euch ganz viel Spaß damit und natürlich auch ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr (siehe Bild 😉 ).

Morgen geht es dann bei Miriam von Tthinkttwice weiter mit dem Adventskalender, lasst euch überraschen, was sie sich für uns ausgedacht hat!

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Rezension Neal Shusterman – Scythe “Der Zorn der Gerechten”

Auch wenn ich “Die Hüter des Todes” an vielen Stellen als etwas langatmig empfunden habe, hat mich das nicht davon abgehalten, Teil 2 eine weitere Chance zu geben. Und was soll ich sagen: Einiges von dem, was ich an Teil 1 nicht so toll fand, hat sich in “Der Zorn der Gerechten” deutlich zum Besseren gewandelt :).

Der Klappentext:

Citra und Rowan leben in einer perfekten Welt, in der Armut, Kriege, Krankheit und Tod besiegt sind. Die Entscheidung über Leben und Tod treffen nicht mehr Schicksal oder Zufall, sondern die Scythe, die diejenigen auswählen, die zum Wohle aller geopfert werden müssen.

Gemeinsam haben Citra und Rowan die Ausbildung zum Scythe überstanden, doch nur Citra wurde auserwählt, die Robe, den Ring und die fast übermenschliche Verantwortung zu tragen.

Bei ihrer ersten Aufgabe jedoch, Rowan zu töten, versagt Citra. Stattdessen verhilft sie ihrer heimlichen großen Liebe zur Flucht. Und so kämpft Rowan jetzt aus dem Untergrund gegen die einzige Gefahr, auf die die perfekte Welt nicht vorbereitet ist: korrupte und gewissenlose Mörder in den Reihen der Scythe.

Meine Meinung:

Wir begegnen Citra und Rowan einige Zeit nach den Ereignissen von Teil 1 wieder. Citra, jetzt als Scythe Anastasia unterwegs, ist nun eine Junior Scythe, die nach wie vor bei ihrer Mentorin Scythe Curie lebt. Rowan dagegen ist untergetaucht – und macht auf einige Faust als Scythe Lucifer Jagd auf korrupte Scythe, die die ethischen und moralischen Grundsätze des Scythetums missachten.

Der heimliche Held dieser Geschichte ist jedoch der Thunderhead, die künstliche Intelligenz, die im Hintergrund die Geschicke der Menschen lenkt, über die wir in diesem Teil durch die tagebuch-ähnlichen Einschübe sehr viel erfahren. Der Thunderhead ist es auch, der eine neue Figur ins Spiel bringt, die ich von Anfang an sehr interessant fand: Greyson. Hier bin ich wirklich gespannt, was der Autor mit ihm noch vorhat.

Was mir dieses Mal auch deutlich besser gefallen hat, ist die Handlung. Während Teil 1 recht oft auf mich wirkte, als ob der Autor (noch) nicht recht gewusst hätte, welche Geschichte er eigentlich erzählen möchte, wirkte Teil 2 atmosphärisch deutlich dichter auf mich, was sich auch in der deutlich kürzeren Zeit widerspiegelte, die ich fürs Hören gebraucht habe. Man kann sich das in etwa wie George Lucas und Star Wars Episode IV bzw. V vorstellen – es ist, als ob der Autor hier in “Der Zorn der Gerechten” sich endlich gefunden hat.

Und um bei den Vergleichen zu bleiben: Das Finale hat mich mehrmals an einen ganz bestimmten Film mit Leonardo die Caprio und Kate Winslet denken lassen … Die Parallelen waren einfach nicht zu übersehen :). Trotzdem habe ich natürlich mitgefiebert, was sich Shusterman letztendlich für seine “Version” ausgedacht hat, da mir durch andere Rezensionen bekannt war, dass dieses Ende ganz anders als das ersten Teils ausfallen würde. Und was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht.

Zur Lesung von Torsten Michaelis kann ich auch dieses Mal nur sagen: Sie ist solide. Ein klein mehr Dynamik hätte vor allem beim Finale der Lesung gutgetan, da wäre meiner Meinung nach deutlich mehr drin gewesen. Trotzdem hat die Geschichte es dieses Mal verstanden, mich so an das Hörbuch zu fesseln, dass ich Michaelis’ Art zu lesen irgendwann komplett ignorieren konnte.

Mein Fazit:

“Der Zorn der Gerechten” stellt in meinen Augen eine deutliche Verbesserung zu “Der Hüter des Todes” dar. Was zur Folge hat, dass ich jetzt schon neugierig bin, wie Shusterman diese Geschichte nächstes Jahr zu Ende bringen wird.

  • ★★★★
  • Hörbuch
  • 872 Minuten
  • Argon Verlag
  • 978-3732451890
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Rezension Thomas Brezina – Schatten der Zukunft

Thomas Brezina ist ein Phänomen. So gut wie alles, was er anfasst, wird in irgendeiner Form bei uns in Österreich zu (Verkaufs)Gold. Aus diesem Grund verwundert es auch nicht, dass es nun neben dem Sachbuch “Tu es einfach und glaub dran” ein weiteres Abenteuer der erwachsenen Knickerbocker-Bande gibt.

“Schatten der Zukunft” setzt dort an, wo “Alte Geister ruhen unsanft” geendet hat, nämlich bei den losen Fäden aus dem ersten Band (Meine Rezi dazu findet ihr hier). Denn der unbekannte Gegner, der unseren vier Helden schon in “Alte Geister” zugesetzt hat, ist noch immer aktiv und verfolgt seine Ziele hartnäckig …

Der Klappentext:

Die Zukunft wirft tödliche Schatten

20 Jahre des Schweigens sind vorbei und Lilo, Axel, Poppi und Dominik sind wieder vereint. Nach ihren Erlebnissen auf Canon Island vereinbaren sie ein Treffen in New York. Es soll eine unvergessliche Zeit werden.

Doch einen Tag vor dem geplanten Wiedersehen verändert sich für die vier schlagartig alles:
In New York wird eine Tür aufgerissen und Dominik erhält die Chance seines Lebens.
In der Nähe von Graz öffnet Poppi eine Tür und sieht dahinter ihren schlimmsten Albtraum.
In Wien wird eine Tür aufgesperrt und eine grausame Rache gegen die vier nimmt ihren Lauf.
In San Diego geht eine Tür auf und ihr alter Gegenspieler Hermes verfolgt einen schrecklichen Plan.

Die Knickerbocker kämpfen um ihre Karriere, um ihr Leben – und um die Liebe!

Meine Meinung:

Lilo, Axel, Dominik und Poppi haben ihr Abenteuer aus “Alte Geister ruhen unsanft” wohlbehalten überstanden. Aber trotzdem ziehen dunkle Wolken am Horizont auf, denn der Feind ist nicht geschlagen, ganz im Gegenteil.

Davon bemerken unsere vier Helden zunächst allerdings nichts, als sie sich auf den Weg machen, um der Einladung von Dominik Folge zu leisten. Die erste Überraschung erfolgt bereits auf dem Weg zum Flughafen, denn es geht nicht nach New York, sondern nach London, wo Dominik für eine Rolle vorsprechen soll.

Kaum angekommen, passieren bereits die ersten merkwürdigen Ereignisse, Poppi findet bei sich einen USB-Stick, der ihr offensichtlich am Wiener Flughafen zugesteckt wurde. Kaum an Lilos Computer angesteckt, nimmt das Verhängnis ihren Lauf – und die Freunde sind bereits wieder mitten drin in einem neuen Abenteuer …

Im Vergleich zu “Alte Geister ruhen unsanft” wird der Leser hier deutlich schneller in die neue Geschichte gezogen, was dem Roman meiner Meinung nach wirklich guttut. Keine Rückblende mehr auf vergangene Ereignisse, die in Teil 1 zwar notwendig war, die aber auch den Start in das Buch merklich ausgebremst hat. Brezinas Schreibstil ist zwar noch immer recht einfach, aber es machte mir hier weniger aus als beim ersten Mal, da ich nun wusste, was mich erwartete.

Die Geschichte nimmt sehr zügig Fahrt auf, Brezina greift lose Enden aus dem ersten Teil auf und führt sie in diesem Buch weiter. Der Leser bekommt nun deutlich mehr Einblick in das Leben des Antagonisten, auch wenn für mich noch immer im Dunkeln blieb, was ihn eigentlich dazu antreibt, so gezielt das Leben der Knickerbocker ruinieren zu wollen (Aber wer weiß, vielleicht erfahren wir das ja im nächsten Band).

Auf jeden Fall beweist Brezina, dass er sein Ohr am Puls der Zeit hat, was unsere vier Helden angeht. Details verrate ich jetzt absichtlich nicht, weil das ein Spoiler wäre, aber ich habe das als durchwegs positiv empfunden, da ich davon ausgehe, dass Brezina mit den neuen Büchern noch immer eher jüngere Leser anzieht, obwohl die Knickerbocker erwachsen geworden sind.

Ein klein wenig verwirrend fand ich dieses Mal die verschiedenen Nebenfiguren auf der Seite des Antagonisten, dies könnte aber auch der Tatsache geschuldet sein, dass ich leider sehr wenig Zeit zum Lesen hatte, das Buch daher immer wieder für längere Zeit zur Seite legen musste. Manche Details waren daher beim Weiterlesen einfach nicht mehr so präsent in meinem Kopf …

Das Ende und damit die Auflösung kam für meinen Geschmack ein bisschen schnell, allerdings serviert uns Brezina noch einen relativ langen Teil “drei Monate danach”, der es dann wieder ruhiger angehen lässt und noch weitere Fragen beantwortet.

Auf den letzten Seiten legt Brezina außerdem sehr geschickt das Fundament für einen nächsten Teil, besonders ein bestimmtes Ereignis schreit nach einer Fortsetzung. Lassen wir uns also überraschen, ob nächstes Jahr um diese Zeit ein weiterer Teil der beliebten Buchreihe in den Buchläden liegen wird.

Mein Fazit:

Im Vergleich zu “Alte Geister ruhen unsanft” wirkt “Schatten der Zukunft” in sich stimmiger und flüssiger erzählt. Knickerbocker-Fans werden daher auch diesen Band bestimmt mögen, denn Brezina greift einiges auf, was in Teil 1 unbeantwortet geblieben ist.

  • ★★★★
  • Gebunden
  • 400 Seiten
  • Ecowin
  • 978-3711001801
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Rezension Ryder Carroll – The Bullet Journal Method

Ich gebe zu, ich habe mit einer gewissen Spannung diesem Buch entgegengefiebert. Auch wenn ich mittlerweile schon einige Bücher zum Thema “Bullet Journal” gelesen habe, war ich doch neugierig, was gerade der Erfinder selbst zu seinem System zu sagen hat.

Aus diesem Grund habe ich auch nicht lange gezögert, als die englische Ausgabe endlich zu haben war, der Preis hat das Seine dazu beigetragen, mich wieder einmal für das E-Book zu entscheiden.

Der Klappentext:

For years Ryder Carroll tried countless organizing systems, online and off, but none of them fit the way his mind worked. Out of sheer necessity, he developed a method called the Bullet Journal that helped him become consistently focused and effective. When he started sharing his system with friends who faced similar challenges, it went viral. Just a few years later, to his astonishment, Bullet Journaling is a global movement.

“The Bullet Journal Method” is about much more than organizing your notes and to-do lists. It’s about what Carroll calls “intentional living:” weeding out distractions and focusing your time and energy in pursuit of what’s truly meaningful, in both your work and your personal life. It’s about spending more time with what you care about, by working on fewer things. His new book shows you how to…

• Track the past: Using nothing more than a pen and paper, create a clear and comprehensive record of your thoughts.

• Order the present: Find daily calm by tackling your to-do list in a more mindful, systematic, and productive way.

• Design the future: Transform your vague curiosities into meaningful goals, and then break those goals into manageable action steps that lead to big change.

Carroll wrote this book for frustrated list-makers, overwhelmed multitaskers, and creatives who need some structure. Whether you’ve used a Bullet Journal for years or have never seen one before, “The Bullet Journal Method” will help you go from passenger to pilot of your own life.

Meine Meinung:

Jetzt ist es da, das Buch, auf das wahrscheinliche viele aus der Bujo-Community schon recht lange gewartet haben: “The Bullet Journal Method” aus der Feder von Ryder Carroll.

Das Buch ist in fünf Teile gegliedert, die Ryder “The Preparation”, “The System”, “The Practice”, “The Art”und “The End” nennt. Um den – nennen wir es: technischen – Teil geht es in Abschnitt 2, wo Ryder seinen minimalistischen Ansatz, ein Bullet Journal zu führen, beschreibt. Wer sein Erklärvideo auf der Website gesehen hat: “The System” ist quasi das Video in Buchform, nur etwas ausführlicher.

Die Dinge, die ich in anderen BuJo-Ratgebern schmerzlich vermisst habe, etwa Erklärungen zur Migration oder Erklärungen zum Key, findet man hier genauso wie das, was in Ryders Augen das Herz eines Bullet Journals ausmacht: die vier Basismodule “Future Log”, “Monthly Log”, “Daily Log” und “Index”. Wer in diesem Zusammenhang auf der Suche nach Ideen für Layouts dieser Module ist, den muss ich leider enttäuschen. Da Ryder ausgemachter Minimalist ist, fokussiert er sich ausschließlich auf seinen Ansatz, der fast komplett ohne Zeichnungen, aufwändige Bilder und graphische Gestaltung auskommt.

In den übrigen Abschnitten beschreibt Ryder das Drumherum, mit denen man das Bujo dazu nutzen kann, sein Zeitmanagement, seine Lebenseinstellung und seine Produktivität zu verbessern. Neulinge in diesem Bereich werden damit sicher ihre Freude haben, denn Carroll erklärt dies alles mit einfachen und leicht verständlichen Worten, zum Teil in typisch amerikanischem Stil mit emotionalen Geschichten anderer Bullet Journal-Nutzer “garniert”.

Die Print-Ausgabe ist, wie ich in verschiedenen Videos gesehen habe, zum Teil wie ein Notizbuch gestaltet, in der E-Book-Ausgabe fehlt dies. Nachdem mir aber der Inhalt wichtiger war, konnte ich das problemlos verschmerzen. Ryders Englisch beinhaltete für mich zwar einige Fremdwörter, die ich nicht kannte, aber auch das war am E-Book-Reader kein Problem (Ein Hoch auf die Wörterbuch-Funktion).

Eines möchte ich für mich allerdings festhalten: Als mittlerweile leicht fortgeschrittenem Nutzer es mir nicht sooo viel Neues gebracht hat wie erhofft. Eigentlich hatte ich erwartet, dass Ryder etwas mehr darauf eingeht, wie er das Bujo entwickelt und was es ihm persönlich gebracht hat, aber dazu erzählt Ryder nur das, was eigentlich schon bekannt ist …

Stattdessen erklärt Ryder recht ausführlich, was seine Lebensphilosophie ausmacht: Es geht um Achtsamkeit, Ziele im Leben, Dankbarkeit, geistiges Entrümpeln, Unvollkommenheit, das Reflektieren über Dinge, die einem etwas bedeuten. Vieles, was Ryder in diesem Zusammenhang schreibt, fällt für mich ein klein wenig in die Rubrik “Hausverstand”, das muss aber natürlich nicht für jeden Leser gelten.

Zu jedem Thema stellt Ryder einen praktischen Ansatz vor, wie man seine Tipps im Bullet Journal in die Praxis umsetzen kann. Für jemanden, der wissen möchte, wobei Tracker, Collections und Listen helfen können, sicherlich sehr interessant. Für mich jedoch nicht ganz so nützlich, da mein Notizbuch mehr als Aufgaben-Planer und als Gedächtnisstütze dient als als Bullet Journal, wie es in der Community in der Regel geführt wird.

Ich möchte das Buch trotzdem all denen empfehlen, die neu in der Materie sind und eine Möglichkeit suchen, ihr vielleicht chaotisches Leben etwas besser in den Griff zu bekommen. Ryder bietet Neulingen viele interessante Ansätze, die man in sein Bujo übernehmen kann, aber nicht muss. Wer außerdem ein Buch sucht, das auf den grafischen, zum Teil eher mädchenhaften Ansatz bei seinen Erklärungen verzichtet, kann in meinen Augen mit gutem Gewissen zu Ryders Buch greifen.

Mein Fazit:

Fortgeschrittene Bujo-Nutzer werden durch dieses Buch wahrscheinlich nicht viel Neues erfahren, aber Neulingen ist es definitiv zu empfehlen, da Ryder leicht verständlich erklärt, worauf es ihm in einem Bullet Journal ankommt.

  • ★★★★
  • E-Book
  • 336 Seiten
  • Penguin Random House
  • 978-0525533344
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