Rezension Joyce Summer – Madeiraschweigen

Madeiraschweigen CoverMit “Madeiraschweigen” ist nach “Madeiragrab” und “Madeirasturm” mittlerweile schon der dritte Band mit dem sympathischen Comissario Avila erschienen. Und im Gegensatz zum letzten Band stehen die Zeichen dieses Mal nicht auf Sturm, sondern auf Familienleben, das eigentlich nur durch den mysteriösen Fund eines menschlichen Körperteils gestört wird … Aber schön der Reihe nach :).

Der Klappentext:

Madeiras Damen sind glücklich. Endlich gibt es eine Schönheitsfarm nur für sie. Auch Leticia Avila und ihre Freundin Inês zieht es sofort in den Tempel der Schönheit. Mit Schlammpackungen, Peelings und Massagen lassen es sich die beiden gut gehen.

Dann aber machen sie die Bekanntschaft der unangenehmen Journalistin Sofia Lima, die auf den Spuren Kaiserin Sisis die Insel und das Personal der Schönheitsfarm in Unruhe versetzt.
Comissário Avila passt derweil auf seine kleine Tochter auf und denkt darüber nach, seine Arbeit im Polizeipräsidium zugunsten seiner Familie zu reduzieren.

Doch als ein paar Tage später die abgetrennte Hand der Journalistin und kurz danach ihre Leiche auf dem Gelände eines ehemaligen Nonnenklosters gefunden wird, muss er sich entscheiden: Will er weiter den Hausmann geben oder sein Team rund um Subcomissário Vasconcellos unterstützen – vor allem, da Avila den Hauptverdächtigen besser kennt, als ihm lieb ist.

Meine Meinung:

Der Auftakt zum neuesten Krimi aus der Feder von Joyce Summer gestaltet sich eher gemächlich, denn man erlebt Avila, wie er sich liebevoll um seine kleine Tochter kümmert und es durchaus genießt, dass er seine Frau Zeit auf der Schönheitsfarm verbringt. Leticia und Inês dagegen lassen es sich auf der neuen Schönheitsfarm der Insel gut gehen – ihr Aufenthalt wird eigentlich nur durch das ungehobelte Verhalten ihrer Tischgenossin Sofia Lima gestört.

So verwundert es zunächst auch niemanden, als zunächst danach aussieht, als ob die Journalistin auf einmal von einem Tag auf den anderen die Farm verlassen hat. Erst der Fund einer perfekt manikürten Hand bringt den Stein ins Rollen – und auf einmal hat Avila mehr zu tun, als er sich vorstellen konnte …

Wer die vorangegangenen Romane der Autorin kennt, weiß, was er bekommt. Denn der Krimi ist meist nur die Rahmenhandlung für die heimliche Hauptperson der Geschichte: die Insel selbst. Und damit sind nicht nur die Sehenswürdigkeiten und geografischen Besonderheiten gemeint, sondern auch die einheimischen Getränke und Speisen. Wer sich also mit Avila auf Ermittlungsarbeit begibt, lernt fast nebenbei immer wieder neue Besonderheiten der Insel kennen.

Dieses Mal dürfen wir allerdings auch einen Blick auf das Leben auf Madeira Ende des ausgehenden 19. Jahrhunderts werfen, denn wir begleiten die österreichische Kaiserin Sisi bei ihrer zweiten Reise auf die Blumeninsel begleiten. Hier erleben wir Sisi allerdings als getriebene und unglückliche Frau, die von dem Gedanken besessen ist, sich Jugend und Schönheit zu erhalten.

Zwei verschiedene Zeitebenen also, aber eines haben beide gemeinsam: das Thema Schönheit. Und bald müssen sich Avila und sein Ermittlungsteam fragen, wo genau das Motiv für das Verschwinden bzw. den Mord an der Journalistin zu suchen ist? Geht es um die Schönheitsfarm – oder doch um etwas ganz anderes? Avila hat es nicht leicht, die unterschiedlichen Aspekte zu einem großen Ganzen richtig zusammenzufügen und bald zeichnet sich ab, dass auch einer sehr engsten Freunde in den Mord verwickelt sein könnte …

Ich gebe zu, auch wenn ich dieses Mal schon ein bisschen vorm Finale wusste, wo das wirkliche Motiv zu suchen war bzw. wer damit als Täter in Frage kam, hat es mir trotzdem wieder sehr viel Spaß gemacht, Avila und seinen Kollegen bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Denn Joyce Summer geizt auch dieses Mal nicht mit dramatischen Elementen, so blieb mir kurz vor dem Ende bei einer bestimmten Szene doch fast einmal das Herz stehen … So nach dem Motto: Sie wird doch nicht … Was ich meine, verrate ich jetzt aber nicht. Ich will ja nicht spoilern.

Auf jeden Fall eines aber noch: Wer gute und solide Krimis liebt und einen Schuss portugiesisches Insel-Feeling genießen will, kann bedenkenlos zu diesem Buch (und zu seinen Vorgängern) greifen.

Mein Fazit:

Ein Urlaubskrimi von der feinsten Sorte, garniert mit einem Schuss madeirensischer Geschichte – Herz, was will man mehr? Daher Leseempfehlung für alle, die sich geistig ein bisschen in den Urlaub träumen wollen!

  • ★★★★
  • E-Book
  • 332 Seiten
  • Books on Demand
  • B08BZLKM33
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Tops & Flops / 1HJ.2020

Nachdem es auch 2020 mit den Tops & Flops bisher – dank des Studiums – eher mau ausgesehen hat, werde ich wie letztes Jahr die Quartals-Beiträge zu einem gemeinsamen Beitrag zusammenziehen. Schätze, das ist wohl einfacher, als zwei getrennte Beiträge zu schreiben …

Ich werde aber trotzdem jeweils zwei Titel herauspicken, einmal von Jänner bis März und einmal von April bis Juni, damit erkennbar ist, was mir wann am besten bzw. am wenigsten gefallen hat. Denn auch wenn ich vor allem im Mai und im Juni nicht sehr viel gelesen oder gehört habe, sind doch ein paar Bücher (und Hörspiele) in diesem halben Jahr zusammengekommen.

Tops & Flops

Fangen wir mal mit Jänner bis März an. Nicht zuletzt dank der Semesterferien im Februar sind da doch einige Titel zusammengekommen …

Top des ersten Quartals

Der Top-Titel in den ersten drei Monaten in dem Jahr war selbst für mich eine kleine Überraschung, das muss ich zugeben. Denn eigentlich hatte ich nicht viele Erwartungen an das Buch als die, dass es wieder einmal eine Adaptierung des Aschenputtel-Märchens sein würde … Und ja, ich gestehe, ich mag dieses Märchen irgendwie :D.

Ich erinnere mich, dass ich anfangs auch etwas gebraucht habe, um mit der Protagonistin Ella warm zu werden, für meinen Geschmack badete sie mir ganz schön viel im Selbstmitleid, aber mit der Zeit wurde es besser. Und irgendwann ertappte ich mich dabei, dass ich immer mehr mit den beiden mitfühlte, obwohl beide – Cinder und Ella – ihre Fehler haben.

Zwangsläufig fällt der Schluss zwar etwas kitschig aus, da die Autorin bei dem Grundmotiv des Märchens geblieben ist, aber er kam verhältnismäßig realistisch rüber. Und was soll man schon groß sagen, wenn die beiden Figuren sich kennen- und lieben lernen, weil sie dasselbe Buch mögen? Da geht doch jedem Buchliebhaber sowieso das Herz auf 😀 …

Flop des ersten Quartals

Das erste Quartal in diesem Jahr bescherte mir allerdings auch zwei wirklich langweilige Bücher. Tut mir leid, aber ich kann’s nicht anders ausdrücken, aber hier musste ich wirklich überlegen, welchem der beiden ich das Mascherl für den Flop umhängen sollte.

Am Ende habe ich mich für “SS-GB” entschieden, weil ich im Verhältnis wohl von diesem Buch enttäuschter war als von dem anderen. Denn wenn man denkt, dass es alles mitbringt, was dem eigenen Geschmack entspricht, und man dann doch merken muss, dass es einen einfach nicht fesselt – dann hilft alles nichts, dann kann ich es für mich nur als Flop bezeichnen.

Das Szenario konnte sich ja durchaus sehen lassen: Ein England bzw. London in den 1940ern, das von den Deutschen erobert worden ist (Ja, eine Alternate History-Geschichte – und ich finde dieses Genre total faszinierend!), mittendrin ein Toter und ein Superintendent, der den Drahtseilakt zwischen SS und dem deutschen Militär schaffen muss, um den Mord aufzuklären.

Das alles hätte eigentlich eine spannende Geschichte werden können, aber stattdessen merkte ich recht bald, dass ich irgendwann nur noch querlas, um zu einem Ende zu kommen. Warum ich nicht abgebrochen habe? Ich hatte die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass wenigstens das Ende noch was bringen würde, aber auch hier wurde ich enttäuscht …


Kommen wir zum zweiten Quartal. Der April war im Verhältnis ja noch recht ergiebig, aber dafür dümpelten Mai und Juni ziemlich dahin. Hätte ich nicht zwischendurch einige meiner “Sherlock Holmes Chronicles”-Hörspiele eingeschoben (die nicht allzu lang beim Hören sind), könnte ich vermutlich an einer Hand abzählen, was ich in diesen zwei Monaten gelesen bzw. gehört habe …

Top des zweiten Quartals

Den Stockerlplatz hat sich hier das Hörspiel “Die juten Sitten” von Anna Basener geholt. Auch dieser Titel war eigentlich eine Überraschung für mich, aber nachdem es ja nicht zuletzt dank des Corona-Lockdowns auf einmal einige Titel bei Amazon gratis gab, hab ich es mir doch geholt.

Es dauerte zwar auch hier ein wenig, bis ich in der Geschichte drin war, aber nicht zuletzt dank der Musik hatte ich schon bald das Gefühl, mich wirklich in den 1920ern zu befinden. Eine Zeit, die ja auch alles andere als einfach war …

Und auch wenn die Protagonisten nicht immer nach den Buchstaben des Gesetzes leben, merkt man doch, dass sie grundsätzlich das Herz am rechten Fleck haben. Manchmal erscheint das Bordell, in dem sich alles abspielt, ein kleines bisschen wie ein Mikrokosmos für alle Gefühle, nichtsdestotrotz treffen hier alle Aspekte des menschlichen Lebens aufeinander, im Guten wie im Schlechten.

Flop des zweiten Quartals

Der Floptitel im zweiten Quartal ist eigentlich kein echter Flop. Und vermutlich hätte ich “Fluch der Aphrodite” auch nicht angefangen, wenn ich gewusst hätte, dass es sich so deutlich auf die “Götterfunke”-Trilogie derselben Autorin beziehen würde. Vermutlich wären dann einige Dinge klarer gewesen, da ich mich dann nicht in die Beziehungen zwischen den Figuren erst hineinfinden hätte müssen.

Trotzdem bleibt ein Kritikpunkt auf meiner Liste: Denn die erste Hälfte erzählt als Rückblende ziemlich detailliert den trojanischen Krieg nach. Zwar liebe ich die griechischen Göttersagen durchaus, aber man hätte das meiner Meinung nach ruhig etwas kürzen oder zumindest später einsteigen können – und der zweite Teil in der Gegenwart, wie Apoll versucht, eine Frau zu finden, die ihn liebt und die damit den Fluch von ihm nimmt, fällt dagegen äußerst … lieblos aus.

Vor allem ist schon ziemlich bald absehbar, wo und wie das Ganze enden wird. Daher würde ich sagen, dass dieses Buch wohl nur für “Götterfunke”-Fans wirklich interessant ist, alle anderen werden damit wohl weniger ihre Freude haben.

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Gemütliches Lese-Miteinander / 13.07.2020

Ich gebe zu, ich weiß gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal Zeit hatte, bei einer Lesenacht mitzumachen … Umso besser, dass Livia nach zwei Jahren Pause nun wieder ein gemütliches Lese-Miteinander veranstaltet. Da passt das fast wie die Faust aufs Auge 😀 …

Start ist wie immer ab 18:00 Uhr. Dieses Mal lautet das Thema “Reisen”. Lassen wir uns überraschen, was sich dahinter versteckt.

Der Fahrplan sieht so aus:

18.00 Uhr: Start, Vorstellungsrunde
19.30 Uhr: 1. Update
21.00 Uhr: 2. Update
22.00 Uhr: 3. Update
23.00 Uhr: voraussichtlich letztes Update, Fazit

Wer mitmachen will, kann sich heute ohne Probleme noch bei Livia auf “Samtpfoten mit Krallen” anmelden!

18:00 Uhr

1. Was liest du heute und passt dein Buch vielleicht sogar zum heutigen Thema?

Ich starte auf Seite 185 von 446 von folgendem Buch:

Thomas Thiemeyer – World Runner. Die Jäger

Klappentext:
Sie nennen sich RUNNER und spielen das aufregendste Spiel der Welt. Auf der Jagd nach geheimnisvollen Schätzen sind sie bereit alles zu geben. Denn der Sieg wird sie zu Helden machen.

Tim ist Runner aus Leidenschaft. Als er eines Tages eine Einladung des mysteriösen Medienkonzerns GlobalGames erhält, zögert er keine Sekunde, die Challenge anzunehmen: Sieben Claims wurden an sieben verborgenen Orten in Deutschland versteckt. Hundert Jugendliche gehen ins Rennen. Alle mit nur einem Ziel: zu gewinnen. Tim merkt bald, dass er es nicht ohne Hilfe schaffen kann. In der faszinierenden Annika, genannt Sakura, findet er eine Verbündete. Doch kann er ihr wirklich trauen? Oder kämpft am Ende doch jeder für sich allein?

Das Buch war übrigens ein Geschenk des Verlags, im Frühjahr gab es eine Aktion, wo in der gesamten D-A-CH-Region in verschiedenen Städten an verschiedenen Punkten Bücher versteckt waren. Hatte man die Koordinaten, konnte man sich auf die Suche nach dem Buch machen. War eine wirklich witzige Aktion, nur hat dann Corona zugeschlagen und damit ist sie wohl ziemlich ins Wasser gefallen. Es war auch für mich das letzte Buch, das ich in einer Buchhandlung bei uns abholen konnte, ehe dann alle Geschäfte schließen mussten …

Und ja, ich denke, es passt schon zum Thema, da die Protagonisten kreuz und quer durch Deutschland reisen müssen, um die Claims zu finden :).

2. Wo liest du? Vielleicht magst du uns sogar deinen Leseplatz zeigen.

Im Moment sitze ich mit Leppi bewaffnet am Sofa, um meine Status-Updates halbwegs zeitnah schreiben zu können. Der Plan ist aber, es mir dann hier gemütlich zu machen :).

3. Hast du dir einen kleinen Snack, ein Abendessen oder ein Getränk bereitgestellt?

Nachdem ich heute erst gegen halb vier Mittag gegessen habe, steht im Moment nur etwas zu trinken bereit, aber da ich heute auch den Wocheneinkauf gemacht hab, gibt’s nachher dann noch ein paar Nachos und/oder Rumkugeln. Mal sehen, worauf ich dann mehr Lust hab :D.

19:30 Uhr

4. In diesem Sommer stehen wohl bei den meisten von uns keine grossen Reisen an. Um so schöner ist es, mit einem Buch in die Ferne zu ziehen. Welches Buch aus eurem Regal (egal, ob gelesen oder ungelesen) entführt euch in fremde Welten und lindert so euer Fernweh?

Ich hab jetzt grad ne ganze Weile auf mein Regal gestarrt, glaub ich, um eine Antwort auf diese Frage zu finden. Ich bin nämlich tatsächlich nicht so der Typ, den es immer wieder in die Ferne zieht. Ich bin eigentlich gern zuhause 😀 …

Aber wenn ich so auf meine Ausgabe von Ken Folletts “Säulen der Erde” schaue, denke ich mir, es wäre schon ganz schön, mal die Orte zu besuchen, die der Autor als Vorbild für Kingsbridge genommen hat … Salisbury war beispielsweise der Ort, dessen Kathedrale nach Kingsbridge “gewandert” ist, hab ich irgendwo einmal gelesen oder gehört. Ach ja …

Nachdem ich gerade gestern aber auch den vierten Teil der Fleury-Reihe von Daniel Wolf beendet habe, würde mich auch Lothringen interessieren, diese deutsch-französische Grenz-Region hat ja auch einige Schönheiten zu bieten :).

21:00 Uhr

5. Wenn du selber auf Reisen gehst, nimmst du dann viele Bücher mit oder kommst du im Urlaub gar nicht so sehr zum Lesen? Und schleppst du viel Gewicht mit dir oder lieber einen eReader?

Das läuft mittlerweile recht oft nach demselben Schema ab:

1) Ich denke mir, ich habe Urlaub, entsetzlich viel Zeit und schiebe immer dezent die Panik, zu wenig zum Lesen einzupacken.

2) Ich packe wenigstens drei Hörbücher aufs Handy oder einige E-Books auf den Reader.

3) Ich komme mit Ach und Krach dazu, eines der Bücher anzufangen, da sich Urlaub bei mir meistens so abspielt, dass ich den ganzen Tag in irgendeiner Form unterwegs bin – und entsprechend am Abend oft zu müde bin, mir noch ein Buch vorzunehmen :D.

Und um die letzte Frage separat zu beantworten: Lange Zeit konnte ich mir den Reader gar nicht vorstellen … Bis ich dann mit meinem Ex auf eine 14tägige Flusskreuzfahrt gegangen bin, wo wir zu zweit eine wirklich kleine Kabine hatten – und ich mir die ganze Zeit nur gedacht habe, so ein E-Reader wär jetzt wirklich was Feines, viel weniger Gewicht und viel weniger Platz. Das war wohl der Anfang vom Umdenken :D.

6. Hast du eine absolute Leseempfehlung für Urlaubslektüre? Ein leichtes, unterhaltsames, fesselndes und perfekt an den Strand, in eine Stadt oder die Berge passendes Buch?

Puh, ich weiß nicht, ich lese eigentlich alles im Urlaub, was ich zuhause auch lese. Das einzige, was ich nicht mehr mache, ist, meine Hardcover mit in den Urlaub zu nehmen, die sind mir nämlich zu schwer … Lustig, locker und leicht für den Urlaub finde ich allerdings die Bücher von Jennifer Wellen, diese Autorin begleite ich als Bloggerin mittlerweile schon seit ein paar Jahren. Erst vor kurzem habe ich hier ihr letztes Buch “Traumtänzerküsse” vorgestellt.

22:00 Uhr

Ich habe mir jetzt in der Zwischenzeit mal die Rumkugeln vorgenommen, geht doch nix über ein bisschen Abwechslung 🙂 … Und außerdem eine ausgiebige Kommentierrunde gedreht. In der Zwischenzeit mag ich es ja fast lieber, wenn wir nicht so viele sind, da stellt sich bei mir immer recht zügig ein gewisses Wohnzimmer-Feeling ein.

Und okay, ich gebe es zu, ich hab zwischendurch auch mal ein bisschen zum Fenster rausgeschaut, ich wohne nämlich gegenüber unserer Kunstuni – und derzeit finden dort abends im Freien die Modern Dance-Aufführungen statt. Da bekomme ich die erste Reihe quasi gratis und frei Haus :D. Nicht alles davon gefällt mir, aber tanzen können die Studierenden auf jeden Fall, das steht mal außer Frage!

7. Würdest du gerne mit deiner/m Protagonist*in verreisen? Wenn ja, wohin soll es gehen und wenn nein, warum nicht?

Ich schätz, es geht jetzt ums aktuelle Buch, oder? Da kann ich mit gutem Gewissen sagen, ja, denn das fände ich auch unheimlich spannend, kreuz und quer durchs Land zu fahren, ohne zu wissen, wohin mich die Auflösung des Rätsels als nächstes führen wird … Gut, vielleicht hätte ich gern etwas weniger Zeitdruck, um noch die eine oder andere Sehenswürdigkeit nebenher zu besuchen, aber ansonsten gefällt mir diese Idee durchaus :).

23:00 Uhr

8. Was hat euch gefallen heute, was weniger oder was wünscht ihr euch in Zukunft? Habt ihr Themenvorschläge oder Ideen zur Verbesserung? Ich freue mich natürlich über jegliche Rückmeldungen, Vorschläge, Wünsche und konstruktive Kritikt 🙂

Liebe Livia, ich weiß, das klingt jetzt vermutlich ein bissl langweilig, aber … ich hab nix zum Kritisieren :D.

Ganz im Gegenteil, ich habe den heutigen Abend sehr genossen, er war bunt, abwechslungsreich, ich habe tatsächlich – oh Wunder – etwas mehr als 100 Seiten gelesen und wir hatten einen tollen Austausch! Das ist ja etwas, wo ich langsam, aber sicher den Eindruck habe, dass das umso besser funktioniert, je weniger wir sind. Ich weiß, das ist vielleicht nicht das, was du dir wünschst, aber ich habe gemerkt, dass ich es umso persönlicher und netter empfinde, je weniger wir sind …

Einen Vorschlag habe ich allerdings schon, wenn du wieder häufiger GLMs machen möchtest: Freitag oder Samstag wäre als Datum besser als unter der Woche, könnte ich mir vorstellen …

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Rezension Jennifer Wellen – Traumtänzerküsse

Traumtänzerküsse CoverIch gebe zu, als ich das Cover gesehen habe, musste ich sofort an eines der früheren Bücher von Jennifer Wellen denken: Sternschnuppenwünsche. Da lag die Vermutung nahe, dass es vielleicht eine Fortsetzung sein würde, aber nein, dem ist nicht so. Allerdings – und ich denke, das darf ich schon verraten – ist eine nette Anspielung auf “Sternschnuppenwünsche” in der Geschichte versteckt :). Treue Leser von Jennis Büchern dürfen sich freuen!

Zum Inhalt:

Mila ist eine junge, durchaus erfolgreiche Eiskunstläuferin, die mit ihrem Freund und Partner Roman auf Tournee gehen möchte. Ehe es losgeht, besucht sie allerdings noch einmal ihre Familie in Essen, die sie schon länger nicht gesehen hat. Vor Ort wird sie von Leon, ihrem früheren Partner auf dem Eis, gebeten, die Vertretung bei einer Eis-Show zu übernehmen. Dem Freund zuliebe sagt sie zu, nicht ahnend, welche Folgen diese Zusage mit sich bringen wird …

Meine Meinung:

Ich weiß, ich habe in letzter Zeit öfter den Klappentext gepostet, um zu beschreiben, worum es im Buch (oder Hörbuch) geht. Aber hier ist der Klappentext nicht besonders gut gelungen, da er in meinen Augen viel zu viel von der Handlung verrät. Daher lasst euch lieber überraschen, wenn ihr zu diesem Buch greift!

Wer Jennifer Wellens Bücher allerdings schon kennt, weiß, was er hier bekommt, nämlich eine lustig leichte Liebes- und Lebensgeschichte, also genau das Richtige für Urlaubstage, die man am liebsten mit Faulenzen, Nichtstun und ein bisschen Tagträumen verbringt.

Protagonistin dieser Geschichte ist Mila, die nach dem Ende ihrer Profi-Karriere ihren Traum vom Eislaufen bei einer Tournee fortsetzen möchte und dafür sehr vieles in ihrem Leben zurückgestellt hat. Wie viel das ist, erfährt man gleich zu Beginn, als klar wird, dass sie sich schon früh in ihrem Leben von ihrer Familie entfremdet hat. Dementsprechend frostig fällt die Begrüßung zuhause aus, vor allem der Vater lässt Mila deutlich spüren, was er von ihrer Entscheidung hält, dem Eis immer wieder den Vorzug zu geben.

Auch ihre neue Bekanntschaft Finn ist von ihrer Passion fürs Eislaufen wenig begeistert und zieht sie gnadenlos damit auf, was im Verlauf der Geschichte immer wieder zu sehr netten und lustigen Wortgefechten führt. Trotzdem merkt Mila bald, dass er ihr nicht gleichgültig ist – und es fällt ihr zunehmend schwerer, sich für ihr altes Leben – und damit ihre Karriere auf dem Eis – zu entscheiden.

Sehr gut gefallen haben mir auch die kleinen Informationshäppchen, die die Autorin dem Leser zu Beginn jeden Kapitels serviert. Ich weiß ehrlich gestanden nicht besonders viel übers Eislaufen, aber ich fand es beispielsweise durchaus spannend zu erfahren, wer denn nun eigentlich dafür verantwortlich ist, dass Eislaufschuhe heute Zacken an den Spitzen haben (was nicht immer so war!).

Einen kleinen Kritikpunkt sehe ich dieses Mal allerdings bei der verwendeten Sprache. Und damit meine ich nicht unbedingt den Dialekt aus dem Ruhrpott, sondern die flapsigen Ausdrücke, die die Autorin Mila in den Mund legt. “Yippie-Ya-Yeah, Schweinebacke” gehört für mich jetzt persönlich nicht unbedingt zu einem Vokabular, dass ich mit einer ehemaligen Olympia-Eiskunstläuferin verbinden würde. Aber davon abgesehen mochte ich Milas Charakter. Ihr Ehrgeiz und ihr Wille, sich nicht unterkriegen zu lassen, machen sie trotz ihrer anfänglich sehr ich-bezogenen Art zu einem doch sympathischen Menschen, mit dem man mitleben und -lieben kann.

Das Ende birgt dann tatsächlich noch einmal eine kleine Überraschung, die dem Ganzen noch zusätzlichen Charme verleiht. Aber lest einfach selbst!

Mein Fazit:

Wie gewohnt serviert Jennifer Wellen uns auch mit “Traumtänzerküsse” eine weitere humorvolle Geschichte, die gespickt mit Jennis unvergleichlichem Humor eine schöne Unterhaltung darstellt. Leseempfehlung für alle, die auf der Suche nach Urlaubslektüre sind!

  • ★★★★
  • E-Book
  • 356 Seiten
  • dotbooks Verlag
  • 978-3966550321
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Blogpause …

Ihr ahnt es sicher schon, warum ich wieder einmal eine Blogpause ausrufen muss. Ich habe schon die letzten Wochen nur mit Ach und Krach einen monatlichen Beitrag geschafft, jetzt ist es vermutlich bis Juli dann ganz aus … Projektabgaben, Prüfungstermine, ich habe jetzt schon damit zu kämpfen, dass meine Energie-Reserven ziemlich erschöpft sind. Da ist freie Zeit ein ziemlicher Luxus, wo ich aber sogar schon zu müde bin, um zu einem Buch zu greifen …

Ich hoffe, ihr seht es mir daher nach, dass es hier für die nächsten sechs, sieben Wochen eher still wird, ich freue mich dann auf einen schönen Sommer, wo ich mich dann wieder mit mehr Energie dem Lesen und dem Vorstellen von Büchern widmen kann :).

Wir lesen uns!

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(Kurz)Rezension Rob Hart – Der Store

Der Store Cover“Der Store” war für mich wieder einmal ein sehr gutes Beispiel dafür, wie schwer ich mich manchmal damit tue, mich für oder gegen ein Buch zu entscheiden. Letztlich hat der Austausch beim Bookopoly dazu geführt, dass ich mich doch an das Buch herangetraut habe – und ich habe es nicht bereut!

Der Klappentext:

Du bekommst alles im Store. Aber das hat seinen Preis …

Der Store liefert alles. Überallhin. Zu besten Preisen. Der Store ist Familie. Der Store schafft Arbeit und weiß, was wir zum Leben brauchen. Bis in den Tod.

Paxton und Zinnia lernen sich als Angestellte bei “Cloud” kennen, dem weltgrößten Onlinestore. Das Leben im Cloud-System ist perfekt geregelt, aber unter der Oberfläche brodelt es. Denn im Geheimen formiert sich der Widerstand gegen den übermächtigen Konzern. Auch Paxton muss sich bald die Frage stellen: Ist Zinnia die, die sie zu sein vorgibt? Kann er ihr trauen?

Packende Lesung mit vier hochkarätigen Stimmen: Simon Jäger als Paxton, Anna Carlsson als Zinnia, Frank Arnold als Patriarch, Gibson Wells, und Janine Stenzel als Stimme aus dem Off.

Meine Meinung:

Ganz ehrlich? Diese Geschichte gewinnt meiner Meinung nach als Hörbuch noch dazu, weil verschiedene Sprecher den unterschiedlichen Figuren Leben einhauchen. Paxton beispielsweise wird von dem unvergleichen Simon Jäger gesprochen, daber auch Anna Carlsson als Zinnia hat mir gut gefallen. Sie schaffen es vor allem, die Längen beim Plot, die sich langsam nach dem ersten Drittel einschleichen, zu überbrücken, da sie besonders die Dialoge viel lebendiger werden lassen.

Ich kenne zwar von dem Buch nur die Leseprobe, hatte aber schon bei den einleitenden Worten des Cloud-Gründers Gibson Wells das Gefühl, dass mich hier die Geschichte über die Ohren viel besser abholen konnte als der im Vergleich irgendwie kühl wirkende Text (zumindest, was die Leseprobe betrifft) …

An die “großen” Dystopien der Gegenwart kommt “Der Store” zwar nicht heran (Zeitweise wirkt die Kritik am nicht existierenden amerikanischen Sozialsystem meiner Meinung nach etwas plump), aber der Autor erlaubt sich ein interessantes Gedankenspiel mit der Tatsache, was wäre, wenn Konzerne wie Amazon unser Leben gänzlich bestimmen würden. Was wäre, wenn Menschen sich in die Sicherheit der Cloud flüchten würden, ihre Privatsphäre zugunsten eines geregelten und sauberen Lebens aufgeben würden? Das ist etwas, dessen erste Auswüchse wir heute schon in Form des Versand-Wahnsinns zu spüren bekommen.

Gibson Wells erscheint hier anfangs als der große Wohltäter, aber zwangsläufig ist nicht alles Gold, was glänzt – und das bekommen sowohl Zinnia als auch Paxton gerade in der zweiten Hälfte des Buches immer mehr zu spüren. Ins Detail möchte ich hier absichtlich nicht gehen, aber am Ende gab es dann schon eine gewisse Szene, wo es mir fast den Magen umgedreht hätte …

Das Ende ist relativ offen, lässt den Leser aber zumindest ein wenig Hoffnung. Das finde ich gut, denn Dystopien, die ein gutes, positives Ende haben, bedienen das Bedürfnis nach einem Happy-End doch ein wenig zu offensichtlich und sind für mich deswegen eher unglaubwürdig.

Mein Fazit:

“Der Store” ist in meinen Augen ein durchaus interessantes Gedankenspiel, das meiner Meinung nach als Hörbuch ein zusätzlicher Gewinn ist! Die Dialoge wirken dadurch deutlich lebendiger und lassen den Hörer die vorhandenen Längen bei der Handlung leichter überbrücken …

  • ★★★★
  • Hörbuch
  • 811 Minuten
  • Random House Audio
  • B07WGG5SFC
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(Kurz)Rezension Karen McManus – One of us is lying

One of us is lying CoverIch erinnere mich, als das Buch vor zwei Jahren erschienen ist, hat es mich damals nicht wirklich angesprochen. Aber wie heißt es doch so schön: Das richtige Buch zur richtigen Zeit! “One of us is lying” war aber trotzdem ein Zufallsgriff, da ihn die Onleihe gerade zur Verfügung hatte …

Der Klappentext:

Eine Highschool, ein Toter, vier Verdächtige …
An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes.

Meine Meinung:

Ich gestehe, ich hatte keine allzu großen Erwartungen an dieses Buch. Ich lasse mich gerade von Jugendbüchern einfach gerne unterhalten, gerade wenn es in meinem Leben wirklich stressig zugeht. Was ich wusste, war, dass es als “Jugendthriller” verkauft wird und das war genau das, wonach mir der Sinn stand, als ich es ausgewählt habe.

Und ich muss sagen, ich war trotz einiger Längen und Lücken bei der Handlung positiv überrascht. Das liegt vor allem an den vier Hauptfiguren, die anfangs als ausgemachte Stereotype eingeführt werden. Sie alle entwickeln sich allerdings im Verlauf der Geschichte weiter und bekommen mehr Facetten bzw. Charakterzüge, die man ihnen zu Beginn gar nicht zugetraut hätte.

Das machte es trotz der bereits erwähnten Längen interessant, der Geschichte zu folgen, auch wenn der kriminalistische Aspekt meistens nur nebenher mitläuft (und ich als Bürger dieser Stadt definitiv nicht auf so stümperhaft arbeitende Polizei angewiesen sein möchte). Am besten hat mir daher auch Addy gefallen, da sie die deutlichste Veränderung durchgemacht hat.

Das Ende läuft typisch Jugendbuch zwar etwas zu sehr nach Schema F ab (alle weiteren Probleme werden mehr oder weniger rasch und einfach gelöst), jedoch habe ich lange nicht mit dem Motiv gerechnet, das dem Leser serviert wird. Eine gewisse Überraschung inklusive, auf die ich wegen Spoiler-Gefahr jetzt allerdings nicht eingehen möchte.

Alles in allem ist “One of us is lying” also ein Buch, das mich trotz gewisser Mängel für sich einnehmen konnte. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob die Autorin das Niveau mit der Fortsetzung halten kann, aber ich kann jetzt verstehen, warum das Buch bei vielen Lesern gut angekommen ist.

Mein Fazit:

Ich gebe zu, ich hatte mir einfach etwas Unterhaltung für zwischendurch erwartet, wurde aber tatsächlich positiv überrascht. Endlich mal ein Jugendbuch, das seine Figuren ernst nimmt und ihnen unerwarteten Tiefgang zugesteht! Dies geht zwar zu Lasten des Krimis, das ließ sich für mich aber verschmerzen …

  • ★★★★
  • E-Book
  • 448 Seiten
  • cbj
  • 978-3641204990
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