Rezension

Rezension Ernest Cline – Ready Player Two

Ich weiß gar nicht mehr genau, wann ich das erste Mal auf die Ankündigung stieß, dass es von Ernest Cline eine Fortsetzung zu “Ready Player One” geben würde. Wenn mich nicht alles täuscht, war das irgendwann im Herbst / Winter 2020 … Auf jeden Fall notierte ich mir damals schon den Titel für meine Liste für 2021, denn “Ready Player One” ist, ob man das Buch nun mag oder nicht, ein Buch, an dem als Geek nur schwer vorbeizukommen ist. Nun habe ich es zusammen mit einigen Gleichgesinnten im Rahmen einer Leserunde bei Petrissa vom Morgenwald gelesen.

Wer übrigens “Ready Player One” noch nicht kennt, wird in dieser Rezension zwangsläufi auf einige Spoiler stoßen, weiterlesen in diesem Fall auf eigene Gefahr!

Der Klappentext:

Einige Tage nachdem er das Easter Egg von James Halliday gefunden und den Wettbewerb um die OASIS für sich entschieden hat, macht Wade Watts eine Entdeckung, die alles verändern könnte. In einem seiner Tresorräume hat Halliday eine Technologie für ihn versteckt, die die OASIS noch wundervoller und suchterzeugender macht, als es sich Wade je hätte träumen lassen.

Doch gleichzeitig wird er vor ein Rätsel gestellt und muss ein weiteres Abenteuer bestehen. Es gilt ein letztes Easter Egg zu finden, das Halliday in der Oasis versteckt hat.

Und diesmal hat Wade einen Konkurrenten, der über Leichen geht. Er merkt bald, dass nicht nur sein eigenes Leben auf dem Spiel steht, sondern das von Millionen anderer Menschen, und vielleicht sogar das Schicksal der gesamten Welt.

Meine Meinung:

Ernest Clines Fortsetzung zu “Ready Player One” beginnt etwa drei Jahre nach dem Ende des ersten Buchs. Aus diesem Grund beginnt die neue Geschichte erst einmal etwas schleppend, da Wade in den ersten vier Kapiteln eigentlich nichts anderes tut, als in Rückblenden zu beschreiben, wie er diese Zeit erlebt hat.

Wir lernen ihn hier als einen äußerst widersprüchlichen und zum Teil auch recht fragwürdigen Menschen kennen, der es geschafft hat, sich in dieser Zeit von seinen Freunden und seiner großen Liebe Samantha zu entfremden. Zwar läuft es finanziell für ihn und seine Freunde gut, seit ihr Unternehmen ein neuartiges Headset namens ONI für die OASIS herausgebracht hat, aber auf der menschlichen Ebene liegt einiges im Argen.

“Eine Welt, in der sich die Menschen nicht mehr vor die Haustür gehen oder sich gegenseitig berühren? In der sie ihr Leben verschlafen, während um sie herum alles zusammenbricht?”

Samanthas Kritik am ONI (18%)

Erst das neue Rätsel bringt die Freunde einander wieder näher. Das gemeinsame Ziel, Menschenleben zu retten, schweißt sie zusammen und mit ihrer Hilfe gelingt es Wade, die ersten Quests zu bestehen. Der neue Gegner ist allerdings unbarmherzig – und so entsteht ein Rennen gegen die Zeit, um erfolgreich zu sein.

Wer diese neue Gegner ist, lasse ich jetzt mal bewusst unter den Tisch fallen, weil das für meinen Geschmack schon fast ein bisschen zu viel von der Handlung verrät – aber Sorrento aus Teil 1 ist es nicht (obwohl er auch in dem neuen Buch vorkommt). Grundsätzlich fand ich es eine interessante Idee, nur hatte sie leider den Beigeschmack für mich, dass ich dergleichen in letzter Zeit schon ein bisschen zu oft in diesem Genre hatte …

Ich will damit nicht sagen, dass das Buch Mittelmaß ist, ganz im Gegenteil, hat man sich erst einmal durch diesen etwas mageren Start gequält, serviert einem der Autor eine durchaus spannende und rasante Geschichte, der ich gerne gefolgt bin – aber wirklich etwas Neues bekommt man nicht. Cline setzt auf das Erfolgsrezept von “Ready Player One” und mischt es mit aktuellen Theorien und Entwicklungen aus den Computer-Wissenschaften.

“Die sieben Scherben der Sirenen Seele findet
Auf sieben Welten, die man mit ihr verbindet
Tribut zollt mein Erbe für jedes Teil
So wird die Sirene wieder heil”

Das neue Rätsel (5%)

Das macht über große Teile Spaß, aber dieses Gefühl des Geflasht-Seins aus dem ersten Teil fehlt. Gleichzeitig treten die Schwächen von Clines Schreibweise in diesem Buch meiner Meinung nach deutlicher heraus als in Teil eins, wo man dem Autor schon aufgrund des Spaß- und Retro-Faktors einiges verziehen hat.

Ich wage außerdem zu behaupten, dass das Ende das Potenzial hat, die Geister zu scheiden. Wobei ich die Idee selbst gar nicht mal so schlecht fand, nur die Art und Weise, wie sie umgesetzt wurde, entsprach leider nicht so ganz meinen Vorstellungen. Hier hat in meinen Augen vor allem die konsequente und nachvollziehbare Figurenentwicklung sehr gelitten …

Zum Hörbuch: David Nathan liest nach der Neuauflage von “Ready Player One” nun auch die Fortsetzung. Im Gegensatz zu Teil eins gibt es hier allerdings deutlich weniger Fehler bei der korrekten Aussprache der Begriffe und Namen aus der Nerd-Szene, was für mich ein Pluspunkt ist. Seine markante Stimme liebe ich sehr, aber ich kann nachvollziehen, wenn man der Meinung ist, dass sie nicht unbedingt zu den noch immer sehr jungen Hauptfiguren passt.

Mein Fazit:

“Ready Player Two” ist in meinen Augen eine durchaus unterhaltsame Fortsetzung des ersten Buchs, die aber auch einige Schwächen hat. Fazit: Ein Buch, das man als Fan von “Ready Player One” lesen kann, aber nicht um jeden Preis muss.

  • ★★★★★
  • Hörbuch
  • 895 Minuten
  • Argon Verlag
  • B08P5DS1MF
Loading Likes...

2 Kommentare

  • Tina

    Einen wunderschönen guten Abend,

    Petrissa hatte schon erwähnt, dass der 2. Band nicht sooo der Burner war. Ihre Kritik klang härter als deine 😉
    ich habe band 1 nicht gelesen, nur den Film gesehen, weil das eher nicht sooo mein Thema ist, aber ich bin doch offen für Meinungen anderer.
    Schade, dass sich der Protagonist schon zu Beginn als auf einmal unsympathische Type herausstellt. Das ist crass. Wahrscheinlich aber gewollt, warum auch immer.
    Vielleicht um dann eine Wiederverienigung mit den anderen zu feiern? Wer weiß.

    Auf jeden Fall danke für die Vorstellung.

    Liebe Grüße
    Tina

    • Ascari

      Liebe Tina,

      ja, das stimmt, Petrissa war hier wohl noch enttäuschter als ich …
      Es ist ja nicht so, dass Wade nicht schon im ersten Buch Probleme hat, mit seinen Mitmenschen richtig umzugehen, aber dort fällt es nicht so auf, weil sich die Geschichte recht bald auf die Jagd nach dem Easter Egg konzentriert. Jetzt im zweiten Buch dauert es aber wesentlich länger, bis ins fünfte Kapitel hinein, ehe die Handlung einsetzt – und da merkt man dann zum ersten Mal wirklich, wie Wade drauf ist.

      Liebe Grüße
      Ascari

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.